Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Schluckauf

Eine Gruppe von Freunden sitzt im Außenbereich eines Restaurants und lacht ausgiebig. Dabei essen und trinken sie.

Wasa hilft gegen das "Hicksen"?

Jeder kennt es: plötzlich ist er da, dieser unkontrollierte „Hicks“ und meist in unpassenden Momenten. In den allermeisten Fällen ist Schluckauf völlig harmlos und verschwindet nach wenigen Minuten wieder von selbst.  Wer mag, kann Verschiedenes ausprobieren, um ihn loszuwerden oder einfach abwarten. Meist erledigt sich das „Hicks-Problem“ von selbst.
Lesen Sie, was hinter dem Hicksen steckt, welche einfachen Tricks helfen und wann Sie Symptome ärztlich abklären lassen sollten. 

Wussten Sie schon, dass…

  • ein Schluckauf nur Millisekunden dauert?
  • wir Ihnen zwei Gesundheitskurse im Jahr bezuschussen?
  • Babys häufiger Schluckauf haben als Erwachsene?

Was ist Schluckauf eigentlich?

Ein etwa 5 jähriger Junge sitzt am Küchentisch und isst ein Marmeladentoast.

Medizinisch wird Schluckauf als Singultus bezeichnet und ist ein unwillkürlicher Reflex. Im Zentrum steht das Zwerchfell – der wichtigste Atemmuskel, der Brust- und Bauchraum voneinander trennt.

Beim Schluckauf zieht sich das Zwerchfell krampfartig zusammen. Dadurch strömt Luft ruckartig in die Lunge, während sich gleichzeitig die Stimmbänder im Kehlkopf schließen. Dieses Zusammenspiel erzeugt das typische „Hicks“-Geräusch.

Schluckauf kann in schneller Folge auftreten – mehrere „Hicks“ pro Minute sind dabei keine Seltenheit.

Häufigste Auslöser

Schluckauf hat alltägliche Auslöser. Dazu gehören:

  • zu schnelles Essen oder hastiges Trinken
  • kohlensäurehaltige Getränke, die den Magen aufblähen
  • sehr heiße oder sehr kalte Speisen und Getränke
  • üppige, schwer verdauliche Mahlzeiten
  • Alkohol und Rauchen
  • starker und emotionaler Stress
  • sehr plötzliche Temperaturwechsel wie das Einatmen kalter Luft

Was hilft gegen Schluckauf?

Auch wenn Schluckauf meist von selbst verschwindet, gibt es bewährte Soforthilfen, die das Zwerchfell beruhigen und den Reflex unterbrechen können. Ziel ist es, die Atmung zu beeinflussen oder das Nervensystem kurzzeitig „umzulenken“. Zu den bekanntesten Methoden zählen:

  • Halten Sie die Luft an

    Atmen Sie tief ein, halten Sie Ihren Atem für einige Sekunden an und atmen dann aus. Diese Methode kann Ihren Atemrhythmus stabilisieren und das Zwerchfell entspannen.

  • Stimulieren Sie den Vagusnerv

    Trinken Sie kaltes Wasser in kleinen, ruhigen Schlucken. Das stimuliert den Vagusnerv, der am Schluckauf beteiligt ist. Sie können auch in sitzender Position Druck auf das Zwerchfell ausüben. Ziehen Sie Ihre Knie an und beugen Ihren Oberkörper leicht nach vorn.

  • Unterbrechen Sie den Reflex

    Eine unerwartete Unterbrechung wie Erschrecken kann den Schluckreflex stoppen. Bestimmte Atemtechniken helfen ebenfalls, indem Sie sich besonders auf bestimmte Dinge wie Kopfrechnen konzentrieren. Das kann Ihren Schluckauf abrupt beenden. Probieren Sie verschiedene Techniken aus, denn nicht jede Methode hilft jedem gleich gut.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen dauert Schluckauf nur wenige Minuten und verschwindet von selbst. Hält er jedoch länger als 48 Stunden an, spricht man von anhaltendem Schluckauf. In diesem Fall sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

C-Content Herzinsuffizienz 2

Der Zustand kann körperliche Ursachen haben, die entsprechend untersucht werden sollten. Sofortige medizinische Hilfe ist dann erforderlich, wenn zusätzlich Warnzeichen auftreten, insbesondere neurologische Symptome wie:

  • starke und ungewohnte Kopfschmerzen
  • Schwäche oder Lähmungserscheinungen
  • Taubheitsgefühle
  • Probleme mit Gleichgewicht oder Koordination
  • Atemnot
  • starke Oberbauchschmerzen
  • anhaltende Übelkeit oder Erbrechen

Beschwerden können auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen und sollten umgehend abgeklärt werden. Grundsätzlich gilt: Dauert der Schluckauf ungewöhnlich lange, kehrt häufig wieder oder geht mit weiteren Beschwerden einher, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen.

Mythen und Fakten zum Schluckauf

Rund um Schluckauf kursieren viele Mythen und gut gemeinte Ratschläge. Aber was stimmt wirklich?

  • Ungeborene Babys können bereits im Mutterleib Schluckauf haben

    Das stimmt. Babys können bereits im Bauch der Mutter hicksen und teilweise schon früh während der Schwangerschaft. Es ist normal und dient als Vorbereitung auf die Atmung nach der Geburt. 

  •  Erschrecken hilft immer gegen Schluckauf

    Fakt: Plötzliches Erschrecken kann in manchen Fällen Schluckauf unterbrechen, weil es den Atemrhythmus verändert. Eine verlässliche beziehungsweise wissenschaftliche Methode ist es jedoch nicht, da der Effekt oft ausbleibt.

  • Man bekommt Schluckauf, wenn jemand an einen denkt

    Es ist eine weit verbreitete Redensart, hat aber keinen wissenschaftlichen Hintergrund. Der Schluckauf entsteht durch körperliche Reize und nervale Reflexe und nicht durch Gedanken anderer Menschen. 

  • Ein Glas Wasser kopfüber trinken hilft zuverlässig

    Die Methode ist eher ein kurioser Trick, aber keine gesicherte Therapie. Sie kann kurzfristig helfen, indem Atmung und Schluckmuster beeinflusst werden. Ein garantierter Effekt ist aber nicht belegt.

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