Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

„Lagom“ leben

Eine Frau entdeckt das lagome Lebensgefühl beim Waldbaden

Die schwedische Glücksformel

Lagom ist tief in der schwedischen Kultur verankert und steht für ein Lebensgefühl der Ausgeglichenheit. Mit „nicht zu viel, nicht zu wenig“ beschreibt der Begriff ein Prinzip der Mäßigung, das Balance im Alltag in den Mittelpunkt stellt. Es geht um ein bewusstes Maßhalten, um Gemeinschaftssinn, Genügsamkeit und einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Wer „lagom“ lebt, richtet seinen Alltag achtsamer aus, fördert innere Ruhe und Zufriedenheit und stärkt zugleich das soziale Miteinander. Statt nach immer mehr zu streben, geht es darum, das Richtige im richtigen Maß zu finden.

In unserem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Lagom im Alltag leben können und welche Wirkung die schwedische Glücksformel auf Wohlbefinden und Lebensqualität hat.

Wussten Sie schon, dass...

  • Schweden zu den Ländern mit dem höchsten subjektiven Wohlbefinden gehört?
  • wir die Teilnahme an zwei Gesundheitskursen im Jahr bezuschussen?
  • Lagom schon seit Jahrhunderten Teil der schwedischen Alltagsstruktur ist?
Ein Paar probiert Lagom beim gemeinsamen Camping aus

Was bedeutet Lagom?

Lagom lässt sich aus dem Schwedischen sinngemäß mit „genau richtig“, „nicht zu viel, nicht zu wenig“ oder „in angemessenem Maß“ übersetzen. 

Die Glücksformel beschäftigt sich mit Balance, Genügsamkeit und bewusster Angemessenheit ohne Perfektionismus. Sie ist keine starre Regel, sondern gibt eher Orientierung. Was „lagom“ ist, hängt dabei von der Lebensphase, den verfügbaren Ressourcen und persönlichen Bedürfnissen ab. Der Kern bleibt jedoch immer bestehen: Das eigene Leben so ausrichten, dass es tragfähig bleibt.

Was kann Lagom bewirken?

Lagom kann, wenn es konsequent gelebt wird, mehrere Veränderungen anstoßen:

  • Weniger Überforderung, mehr Stabilität

    Wer nicht ständig „mehr“ muss, reduziert die innere Unruhe und schafft Planbarkeit.

  • Nachhaltige Gewohnheiten statt Extreme

    Viele Gesundheitsvorsätze scheitern an ihrer Radikalität. Lagom setzt auf kleine Schritte, die langfristig bleiben.

  • Bessere Selbstwahrnehmung

    Lagom fördert die Frage: Was brauche ich wirklich? Es stärkt die Fähigkeit, Grenzen zu setzen und Warnsignale des Körpers früher zu erkennen.

  • Mehr Zufriedenheit im Alltag

    Nicht weil alles perfekt ist, sondern weil es passt: Zufriedenheit ist häufig stabiler als kurzfristige Glücksreize.

Eine Frau, die "lagom" lebt, entspannt sich auf dem Sofa

Welche Prinzipien hat Lagom?

Maßnahmen statt Verzicht

  • Ausgewogen essen statt eingeschränkt oder im Übermaß.
  • Regelmäßige Bewegung statt sporadisch extrem.
  • Engagiert arbeiten, aber nicht selbstaufzehrend.

Achtsame Entscheidungen im Alltag

Lagom heißt nicht, automatisch zu reagieren, sondern bewusst zu wählen:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Tut mir das gut – heute und langfristig?

Einfachheit & Reduktion

Weniger Überladung im Alltag kann Stress reduzieren und die Gesundheit fördern. Wichtig hierbei sind weniger Termine, weniger Reizüberflutung und auch weniger Besitz.

Gemeinschaft & Fairness

Die eigenen Ressourcen werden so genutzt, dass es für alle passt – im Team, in der Familie und in der Gesellschaft.

Nachhaltigkeit & Langfristigkeit

Gesundheit wird nicht als Projekt gesehen, sondern als Lebensstil.

Welche Vorteile bringt Lagom für unsere Gesundheit?

Die Grundprinzipien können sich auf unterschiedliche Weise auf die Gesundheit auswirken:

  • Mentale Gesundheit

    Das Maßhalten senkt die Daueranspannung, reduziert Stress und unterstützt die Erholung. Lagom ist ein Gegengewicht zur „Alles-oder-Nichts“-Logik, die häufig Schuldgefühle und Erschöpfung verstärkt. Wer Routinen stabil hält, entwickelt zudem eine bessere Resilienz und findet in Krisen leichter zurück in eine funktionierende Grundstruktur. 

  • Schlaf und Regeneration

    Lagom fördert Rhythmen, die dem Körper helfen. Dazu zählen unter anderem eine geregelte Tagesstruktur, weniger spätes „Overdoing“ und eine bessere Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit.

  • Ernährung und Stoffwechsel

    Durch Sattwerden statt Überessen und Regelmäßigkeit statt Chaos lassen sich Heißhunger und Energietiefs reduzieren.

  • Bewegung und körperliche Fitness

    Lagom unterstützt die kontinuierliche Aktivität: 20 Minuten Gehen, Radfahren oder Gymnastik sind oft nachhaltiger als seltene Intensivphasen mit langen Pausen. Herz-Kreislauf, Muskulatur und Stimmung profitieren besonders von Regelmäßigkeit.

  • Herz-Kreislauf und allgemeine Prävention

    Eine lagome Lebensweise kann präventiv wirken, da sie typische Risikomuster wie chronischen Stress, Schlafdefizite, unregelmäßige Ernährung und übermäßigen Alkohol- und Medienkonsum, dämpft.

Eine älteres Paar lebt "lagom" und geht wandern

Praktische Umsetzung im Alltag

Wenn Lagom konkret und alltagsnah umgesetzt wird, entfaltet es seinen gesundheitlichen Nutzen. Entscheidend ist nicht eine perfekte Lebensführung, sondern eine konsequente Orientierung am passenden Maß.

Tagesplanung und Zeitmanagement

Planen Sie Ihren Tag realistisch und erledigen Sie lieber drei zentrale Aufgaben bewusst, als mit einer übervollen To-do-Liste dauerhaft gestresst zu sein. Achten Sie auch auf Pufferzeiten: Kurze Übergänge zwischen den Terminen senken die mentale Erschöpfung und verbessern die Konzentration.

Bewegung und körperliche Aktivität

Regelmäßige moderate Bewegung ist lagom-konformer als seltene intensive Sporteinheiten. Nutzen Sie auch Ihre Alltagswege wie Treppen oder Wege zu Fuß bewusst und nutzen Sie kleine Pausen zum Dehnen.

Ernährung und Essgewohnheiten

Essen Sie nur so viel, bis Sie sich angenehm gesättigt fühlen, nicht bis zur Erschöpfung. Einfache, wiederkehrende Mahlzeiten reduzieren den Entscheidungsstress und fördern Regelmäßigkeit.

Entspannung und mentale Erholung

Bewusste Feierabendrituale helfen, mental abzuschalten. Begrenzen Sie Ihre digitale Erreichbarkeit, wo es möglich ist, um echte Regenerationsphasen zu sichern. Feste Zeiten für Nachrichten, soziale Medien oder Streaming helfen, mentale Überlastung zu vermeiden. Reflektieren Sie regelmäßig: Was tut mir aktuell gut und was nicht? Nehmen Sie dann Anpassungen vor, ohne sich selbst zu bewerten oder zu verurteilen.

Freunde lachen gemeinsam in einem Café in Sachsen-Anhalt

„Lagom“ leben in Sachsen-Anhalt

Lagom kann als Gesundheitsstrategie dienen, weil es nicht von perfekten Rahmenbedingungen ausgeht. Stattdessen setzt es auf das, was im Alltag wirklich machbar ist. 

Alltagstaugliche Prävention

Vor allem in ländlichen Regionen mit weniger Infrastruktur oder Angeboten, wie in vielen Teilen Sachsen-Anhalts, hilft Lagom:

  • Lieber regelmäßige, kurze Bewegung als großes Sportprogramm.
  • Lieber einfaches, solides Essen statt komplexe Ernährungskonzepte.

Stress & Arbeitsbelastung besser ausbalancieren

Vor allem in Branchen wie der Pflege, Industrie, Logistik, Bildung und im Handwerk ist man meist hohen Belastungen ausgesetzt. Lagom kann hier unterstützen:

  • klare Pausenlogik
  • realistische Tagesplanung
  • Grenzen bei Erreichbarkeit und Überstunden
  • kurze, echte Unterbrechungen statt „durchziehen“

Gemeinschaft als Gesundheitsfaktor

Gerade in kleineren Orten kann die soziale Einbindung in Vereinen, der Nachbarschaft und beim Ehrenamt eine große Ressource sein. Lagom betont das „gemeinsam tragfähige Maß“.

Lebensumfeld nutzen: Natur, Wege, Routinen

Sachsen-Anhalt bietet viele Möglichkeiten, Bewegung und Erholung „lagom“ einzubauen:

  • kurze Routen im Grünen, auf Feldwegen, in Parks oder durch Flusslandschaften
  • „Draußen-Zeit“ als wiederkehrende Routine
  • Wochenrhythmus statt unstrukturierter Freizeit

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