Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Einkochen

Ein Mutter kocht mit ihren beiden Töchtern Früchte ein

Was ist Einkochen?

Einkochen verbindet eine lange Tradition mit Genuss. Es ist ein Konservierungsverfahren, bei dem Lebensmittel durch Erhitzen in fest verschlossenen Gläsern über lange Zeit haltbar gemacht werden, teilweise sogar über mehrere Jahre. Dabei werden Mikroorganismen abgetötet, sodass die Lebensmittel vor dem Verderb geschützt sind. Viele verschiedene Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Suppen oder fertige Gerichte lassen sich auf diese Weise einkochen. Wichtig für ein sicheres Ergebnis ist die richtige Technik. Dazu gehört, die empfohlenen Einkochzeiten und Temperaturen genau einzuhalten und ausschließlich saubere, sterile Gläser zu verwenden.

Erfahren Sie, welche Vorteile das Einkochen bietet und worauf es bei der richtigen Vorbereitung und Durchführung ankommt. Zusätzlich erhalten Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie ein leckeres Rezept zum Ausprobieren.

Wussten Sie schon, dass...

  • eingekochte Lebensmittel mehrere Jahre haltbar sein können?
  • der deutsche Chemiker Rudolf Rempel die Einmachgläser mit Gummiringen erfunden hat?
  • wir Gesundheitskurse mit dem Schwerpunkt Ernährung bezuschussen?
Frisch gekochte Marmelade wird in Einmachglas umgefüllt

Welche Vorteile hat Einkochen?

Einkochen hat viele gesundheitliche Vorteile. Bei dem Verfahren bleiben Vitamine und Nährstoffe erhalten. In der Regel sind keine künstlichen Konservierungsstoffe notwendig, sodass Sie auf unerwünschte Zusatzstoffe oder zusätzliche Zuckerzugaben verzichten können. Eine Ausnahme sind beispielsweise Marmeladen, bei denen Zucker zur Verlängerung der Haltbarkeit eingesetzt wird. Einkochen hilft, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, da frische Produkte deutlich länger genießbar bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen Einkochen, Fermentieren und Einmachen?

Die folgenden Begriffe werden oft verwechselt, da sie alle dazu dienen, Lebensmittel länger haltbar zu machen. Allerdings unterscheiden sich die Verfahren in ihrer Vorgehensweise, den verwendeten Methoden und der Art, wie die Haltbarkeit erreicht wird.

Einmachen

Bei diesem Prozess werden Lebensmittel wie Marmelade oder saure Gurken heiß abgefüllt oder das Einmachgut mit kochend heißem Sud eingelegt. Die Keime werden durch einen hohen Zucker- oder Säuregehalt in Schach gehalten. Eingemachtes kann auch zusätzlich eingekocht werden, so werden Keime weiter verringert.

Fermentieren

Beim Fermentieren werden natürliche Gärungsprozesse genutzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Sie werden dafür in eine Salzlake eingelegt. Sauerkraut ist ein klassisches Beispiel für fermentierte Lebensmittel.

Einkochen

Das Haltbarmachen wird auch als Einwecken bezeichnet. Abgeleitet ist der Begriff von der Firma Weck – ein Unternehmen, das die typischen Einmachgläser mit Gummirand verkauft. Lebensmittel werden beim Einkochen in verschlossenen Gläsern erhitzt. Dadurch werden viele Mikroorganismen abgetötet oder inaktiviert. In Kombination mit dem luftdichten Verschluss bleiben die Lebensmittel länger haltbar. Beachten Sie, dass nicht alle Keime und insbesondere Sporen abgetötet werden.

Welche Lebensmittel kann man einkochen?

Zum Einkochen eignen sich am besten Obst und eiweißarme Gemüsesorten. Verwenden Sie frische und unbeschädigte Lebensmittel. Sind Sie Anfänger, kochen Sie am besten Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Tomaten ein. Aber auch Gemüse wie Spargel, Zucchini, Rote Beete, Möhren und Kürbis bieten sich an. Eiweißreiche Lebensmittel wie Bohnen und Kichererbsen sind schwieriger einzukochen, da sie säurearm sind. Zusätzlich kann bei den zuletzt genannten das Risiko an Botulismus (Lebensmittelvergiftung) erhöhen. Ungeeignet sind Lebensmittel wie Erdbeeren, Nudelgerichte oder angedickte Speisen, da sie an Geschmack und Konsistenz verlieren. Fettreiche Nahrungsmittel wie Nüsse und Samen sind ebenfalls ungeeignet, da Fette bei hohen Temperaturen ranzig werden können.

Die richtige Dauer und Temperatur zum Einkochen

Einkochzeiten und Temperaturen variieren stark je nach Lebensmittel und die angegebenen Temperaturangaben dienen Ihnen lediglich als Orientierung. Für eine sichere Haltbarkeit und ein hygienisch einwandfreies Ergebnis halten Sie sich am besten an die nachweislich geprüften Rezepte. Auf diese Weise lassen sich schädliche Mikroorganismen reduzieren, während Geschmack, Konsistenz und Nährstoffe erhalten bleiben. Eine Übersicht zeigt Ihnen beliebte Lebensmittel, die sich im herkömmlichen Topf einkochen lassen. Informieren Sie sich vor dem Einkochen über die jeweiligen Temperaturempfehlungen, da nicht für alle Lebensmittel die gleichen Temperaturen gelten.

  • Rohes Obst
    • Äpfel – 40min – 85 Grad
    • weiche Birnen – 30min – 90 Grad
    • harte Birnen – 80min – 90 Grad
    • Pflaumen – 30min – 90 Grad
  • Rohes Gemüse
    • Tomaten – 30min – 85 Grad
    • Gurken – 30min – 100 Grad
    • Zucchini – 30min – 90 Grad
    • Blumenkohl – 90min – 100 Grad
  • Vorgegartes Gemüse
    • Bohnen – 60min – mehr als 100 Grad (um Botulismusrisiko zu reduzieren)
    • Kichererbsen – 120min – mehr als 100 Grad
    • Möhren – 60min – 100 Grad
    • Rote Beete – 20min – 100 Grad
  • Proteinhaltige Gerichte, Suppen, Soßen

    Beachten Sie vor dem Einkochen, insbesondere bei Fleisch, Suppen und Eintöpfen, die in dem Rezept angegebenen Temperaturangaben. 

    • Fleischgerichte – mind. 75min – mehr 100 Grad
    • Suppen, Eintöpfe – mind. 60min – 100 Grad
    • Soßen – 60min – 100 Grad
  • Rohes Fleisch

    Beim Einkochen von rohem Fleisch wird die Verwendung eines Druckeinkochers (Pressure Canner) empfohlen, da hiermit zuverlässig höhere Temperaturen erreicht werden.

Frische Gurken werden einem Glas eingekocht

Was braucht man zum Einkochen?

Für das Einkochen eignen sich am besten saisonale und regionale Lebensmittel, da diese besonders frisch sind. In Sachsen-Anhalt werden je nach Jahreszeit vor allem Äpfel, Birnen sowie Wurzelgemüse angebaut, die sich hervorragend zum Einkochen eignen.

Sie benötigen Schraubgläser mit einem hitzebeständigen Deckel ohne Plastik oder Einmachgläser mit Glasdeckel, Gummiringen und Klammern. Tipp: Verwenden Sie alte Gläser wie Marmeladengläser zum Einkochen wieder. Zusätzlich benötigen Sie einen großen Topf, eine Kelle zum Einfüllen der Flüssigkeiten und eine hitzebeständige Zange, damit Sie die Lebensmittel aus hygienischen Gründen nicht mehr anfassen müssen.

Zum Einkochen brauchen Sie ein Geschirrtuch oder einen passenden Gitterrost, damit die Gläser im Topf sicher stehen. Ein Einkochthermometer dient Ihnen zur Kontrolle der Temperatur im Topf. Mit einem Glasheber lassen sich die heißen Gläser sicher herausnehmen, ohne sich zu verbrennen.

Anleitung: Wie kocht man richtig ein?

Achtung: Unsachgemäßes Einkochen, zum Beispiel durch unzureichendes Erhitzen unter sauerstoffarmen Bedingungen in verschlossenen Gläsern, insbesondere bei Gemüse oder Fleisch, kann das Wachstum von Bakterien begünstigen. Diese können Botulismus verursachen. Halten Sie sich daher stets an die jeweiligen Anleitungen und empfohlenen Verfahren, auch wenn die grundlegenden Arbeitsschritte ähnlich sind. Unsere Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie dabei sicher vorgehen.

  • 1. Gläser vorbereiten

    Spülen und reinigen Sie die Gläser gründlich mit heißem Wasser. Achten Sie auf Risse und Sprünge und verwenden Sie diese nicht. Auch die Deckel sollten intakt sein und keine Beulen haben.

  • 2. Gläser sterilisieren

    Sterilisieren Sie die Gläser am besten in einem großen Topf. Füllen Sie ihn mit Wasser und legen Sie Deckel sowie offene Gläser hinein, bis alles vollständig mit Wasser bedeckt ist. Achten Sie darauf, dass beim Auskochen des Deckelmaterials keine gesundheitsschädlichen Stoffe freigesetzt werden. Erhitzen Sie das Wasser und lassen Sie die Gläser etwa zehn Minuten auskochen. Holen Sie die Gläser anschließend mit einer Zange aus dem heißen Wasser.

  • 3. Lebensmittel vorbereiten

    Waschen Sie das Obst und Gemüse gründlich und schälen Sie das Obst, wenn nötig. Entkernen Sie es und entfernen Sie Druck- und Schadstellen. Schneiden Sie das Obst oder Gemüse in Stücke oder Scheiben. Garen Sie größeres oder ganzes Gemüse beziehungsweise Obst vor.

  • 4. Gläser befüllen

    Füllen Sie die Lebensmittel in die vorbereiteten Gläser und gießen Sie sie anschließend mit heißer Flüssigkeit, beispielsweise Zucker-, Salz- oder Essigwasser, auf. Achten Sie darauf, mindestens drei Zentimeter Platz zum Rand zu lassen und eingeschlossene Luftblasen zu vermeiden. Halten Sie sich dabei genau an die jeweiligen Rezeptangaben.

  • 5. Gläser verschließen

    Wischen Sie die Glasränder sauber und verschließen Sie sie fest.

  • 6. Einkochen im Topf

    Legen Sie ein gefaltetes Geschirrtuch und einen Gitterrost in den Topf. Das verhindert, dass Gläser platzen. Stellen Sie die Gläser mit etwas Abstand zueinander hinein. Füllen Sie den Topf mit Wasser auf, bis die Gläser bis zu drei Viertel mit Wasser bedeckt sind.

  • 7. Wasser erhitzen

    Erhitzen Sie das Wasser langsam und kochen Sie die Gläser je nach Inhalt und Rezept bei geschlossenem Topfdeckel ein. Überprüfen Sie dabei regelmäßig die Temperatur mit einem Einkochthermometer und passen Sie sie bei Bedarf an.

  • 8. Abkühlen und Vakuum überprüfen

    Nehmen Sie die Gläser mit Zange oder Glasheber heraus und lassen Sie sie mindestens zehn Minuten abkühlen. Überprüfen Sie, ob ein Vakuum entstanden ist. Bei Schraubgläsern sollte der Deckel nach dem Einkochen festsitzen und nicht nachgeben. Einmachgläser bleiben auch nach dem Entfernen der Klammern sicher verschlossen.

  • 9. Einkochen im Backofen

    Dieses Verfahren wird heute von Fachleuten nicht mehr empfohlen. Es gilt als nicht zuverlässig, da die Temperatur im Glas nur schwer kontrollierbar ist. Wasserbadtemperaturen können nicht sicher nachvollzogen werden und eine gleichmäßige Wärmeverteilung ist nicht gewährleistet.

Eine Frau bereitet frisches Gemüse zum Einkochen vor

Wie lange ist Eingekochtes haltbar?

Viele Lebensmittel sind mindestens bis zu einem Jahr haltbar. Lagern Sie das Eingemachte in dunklen Räumen und bei Temperaturen von zehn bis 15 Grad. So bleiben Geschmack und Konsistenz erhalten. Beschriften Sie die Gläser mit Inhalt und Datum. Überprüfen Sie vor dem Verzehr die Haltbarkeit der Gläser. Ein gewölbter oder lockerer Deckel deutet auf Verderb hin. Auch Zischen oder Knacken beim Öffnen können weitere Hinweise darauf sein. Kontrollieren Sie zusätzlich Geruch und Geschmack, bevor Sie die Lebensmittel verzehren.

Rezept: Birnen einkochen

In unserem Beispiel werden Birnen eingekocht, die unter anderem auch in Sachsen-Anhalt angebaut werden. Sie gehören zu den beliebten Lebensmitteln beim Einkochen und eignen sich aufgrund der einfachen Zubereitung besonders gut für Einsteiger.

Zutaten

Für circa drei Gläser (je nachdem, wie groß)

  • 1 kg Birnen
  • 1 l Wasser
  • 300 g Zucker
  • 1 bis 2 EL Zitronensaft
  • 1 bis 2 Zimtstangen
Frisch hergestellte Marmelade wird in Gläsern eingekocht.

Zubereitung

  • Schälen Sie die Birnen, halbieren Sie sie der Länge nach und entfernen Sie das Kerngehäuse.
  • Halbieren Sie die Zimtstangen.
  • Geben Sie die Birnenhälften in eine Schüssel, bedecken Sie sie mit Wasser und rühren Sie den Zitronensaft ein, damit die Birnenhälften nicht braun werden.
  • Geben Sie Wasser und Zucker in einen Topf. Erhitzen Sie das Ganze unter Rühren, bis sich der Zucker auflöst.
  • Geben Sie die Birnen und je eine halbe Zimtstange in Gläser und gießen Sie heißes Zuckerwasser darüber. Lassen Sie drei Zentimeter Platz zum Rand und verschließen Sie die Gläser.
  • Legen Sie das Geschirrtuch oder Gitter in den Topf und stellen Sie die Gläser darauf. Füllen Sie Wasser ein, bis die Gläser circa ¾ mit Wasser bedeckt sind.
  • Einkochen: weiche Birnen – 30 Minuten bei 90 Grad; harte Birnen – 80 Minuten bei 90 Grad.
  • Nehmen Sie die Gläser aus dem Topf und lassen Sie sie abkühlen.

Fertig!

Gut zu wissen

    Ergebnisse werden geladen

    Jetzt bei der AOK Sachsen-Anhalt versichern

    Registrieren Sie sich schnell und unkompliziert bei unserer Online-Anmeldung.

    Mitglied werden