Eiter

Eine Jugendliche drückt sich im Gesicht einen Pickel mit Eiter aus.

Immunreaktion im Fokus: Eiter als Warnsignal

Eiter ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass unser Körper gegen eine bakterielle Infektion kämpft. Er entsteht als natürliches Nebenprodukt im Laufe des Heilungsprozesses, wirkt für Betroffene aber oft unangenehm, besonders wenn er mit einer schmerzenden Wunde einhergeht. Was auf den ersten Blick unangenehm wirkt, ist ein Zeichen der körpereigenen Abwehrreaktion. Das Immunsystem setzt alles daran, eingedrungene Bakterien abzuwehren und abzubauen. Dennoch gilt Eiter als erstes Alarmsignal, das nicht gänzlich ignoriert werden sollte, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.               

In unserem Beitrag lesen Sie, wie Eiter entsteht, welche Hausmittel bei kleinen Infektionen helfen können und wann ein Arztbesuch notwendig ist.

Wussten Sie schon, dass...

  • Eiter verschiedene Farben und Konsistenzen haben kann?
  • unsere zertifizierten Wundexperten ie optimal bei der Wundversorgung unterstützen?
  • Eiter vom althochdeutschen „eitar“ abgeleitet ist und „giftiges Geschwür bzw. Gift“ bedeutet?

Warum Eiter entsteht?

Ein Zeh von einem Baby mit Eiter am Fußnagel

Eiter zeigt sich meist als weißlich-gelbliche bis grünliche Flüssigkeit. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus abgestorbenen weißen Blutkörperchen, Zell- und Gewebsresten und Blutserum. Diese Substanz entsteht, wenn das Immunsystem aktiv gegen Krankheitserreger kämpft. Am häufigsten steckt eine bakterielle Infektion dahinter, seltener auch Viren oder Pilze.

Grundsätzlich ist Eiter zunächst nicht gefährlich, sondern ein Hinweis darauf, dass der Körper eine Abwehrreaktion gestartet hat. Dennoch sollten Sie aufmerksam sein und beobachten, wie sich die Wunde verändert. Typische Anzeichen, dass eine Wunde zu eitern beginnt, sind:

  • Rötung, Schwellung und Wärme rund um die betroffene Stelle
  • Schmerzen, die sich verstärken können
  • unangenehmer Geruch

Von klar bis grünlich: Arten von Eiter

Eiter ist nicht immer gleich. Farbe, Geruch und Menge können stark variieren und hängen unter anderem vom Erreger und der betroffenen Körperregion ab.

  • Farbe: Reicht von blassgelb über intensiv gelb, gräulich und grünlich bis hin zu bräunlichen Tönen
  • Konsistenz: Kann dünnflüssig wie Wasser oder eher pastenartig und zäh sein
  • Geruch: Schwankt von geruchlos bis hin zu süßlich-faulig, stark übelriechend oder fäkal
  • Menge: Reicht von wenigen Tropfen bis hin zu mehreren Millilitern
  • Bekannte Krankheitsbilder

    Eiter tritt bei vielen Infektionen und Verletzungen auf. Häufige Krankheitsbilder sind: 

Eine Ärztin untersucht den Blutdruck eines Seniors.

Sonderfall - Schwarzer Eiter

Eine Besonderheit stellt schwarzer Eiter dar, der jedoch eher selten auftritt. Er kann auf eine Infektion mit bestimmten Bakterien oder auf nekrotisches Gewebe in der Wunde hinweisen.

Die dunkle Farbe entsteht durch bakterielle Pigmente oder abgestorbene Zellen. Da schwarzer Eiter fast immer auf eine ernste Ursache schließen lässt, ist eine ärztliche Untersuchung dringend angeraten, um die Ursache zu klären und eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Diagnose und Behandlung bei eitrigen Entzündungen

  • Diagnose

    Die Diagnose einer eitrigen Entzündung erfolgt in erster Linie durch eine Blickdiagnose. Der Arzt beurteilt dabei sichtbare Anzeichen wie Eiteraustritt, Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen.

    Zur genauen Identifizierung des Erregers kann zusätzlich ein Abstrich der Wunde ins Labor geschickt werden. Dort wird untersucht, welche Bakterien für die Infektion verantwortlich sind. 

    Bei inneren Abszessen oder tiefer liegenden Infektionen kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie zum Einsatz, um die Eiteransammlung sichtbar zu machen.

  • Behandlung

    Ein zentraler Grundsatz lautet: Eiter niemals mit Gewalt ausdrücken oder aus der Wunde pressen. Das kann die Infektion verschlimmern oder tiefer ins Gewebe treiben, was besonders bei chronischen Wunden gefährlich werden kann.

  • Regeln beachten
    • Kleinere Wunden können vorsichtig mit einer sterilen Kompresse abgetupft werden.
    • Wichtig ist eine gründliche Reinigung mit steriler Kochsalzlösung oder speziellen Wundspüllösungen. 
    • Im Anschluss kann eine antiseptische Salbe aufgetragen werden.
    • Hygiene beachten: Hände immer gründlich waschen, bevor die Wunde versorgt wird.
    • Krusten sollten unbedingt auf der Wunde bleiben, da sie den natürlichen Heilungsprozess schützen.
    • Bei Abszessen oder stark geschwollenen Wunden ist eine ärztliche Behandlung unverzichtbar. Die Wunde muss professionell geöffnet und versorgt werden.
    • Eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Wundheilung.
  • Weitere Medizinische Maßnahmen

    Je nach Schweregrad kommen weitere Behandlungen infrage:

    • Einsatz von Antibiotika, um die Infektion gezielt zu bekämpfen
    • Chirurgische Drainage, damit der Eiter abfließen kann
    • Professionelle Wundversorgung mit Verbandswechseln
    • Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente zur Linderung der Beschwerden

Mögliche Folgen bei Nicht-Behandlung:

Eine Ärztin berät eine Patientin.

Bleibt eine stark eitrige Infektion unbehandelt, kann sie sich rasch auf das umliegende Gewebe oder sogar auf andere Körperregionen ausbreiten. Häufig bildet sich dabei ein Abszess, also eine abgekapselte Eiteransammlung, die meist chirurgisch behandelt werden muss. Besonders gefährlich sind eitrige Entzündungen im Gesicht. Hier besteht das Risiko, dass sich die Infektion auf die Augenhöhle, das Gehirn oder die Hirnhäute ausdehnt. In schweren Fällen können sogar lebensbedrohliche Blutgerinnsel in den Hirngefäßen entstehen.

Wird eine Infektion nicht rechtzeitig behandelt, droht zudem eine Blutvergiftung, die schnell zum medizinischen Notfall werden kann.

Hausmittel bei eitrigen Wunden

Bei kleineren, eitrigen Wunden können Hausmittel eine hilfreiche Unterstützung sein. Lassen Sie sich jedoch vor jeder Anwendung ärztlich beraten, da Hausmittel nur eine ergänzende Maßnahme sind und klare Grenzen haben, insbesondere bei größeren oder stark entzündeten Wunden.

  • warmes, feuchtes Tuch oder Kompresse

    Ein bewährtes Mittel ist ein warmes, feuchtes Tuch oder eine Kompresse, die auf die betroffene Stelle gelegt wird. Die Wärme fördert die Durchblutung und kann den natürlichen Abfluss des Eiters unterstützen.

  • Teebaumöl

    Teebaumöl besitzt antibakterielle Eigenschaften. Es sollte jedoch immer stark verdünnt angewendet werden. Entweder auf eine Kompresse geträufelt und vorsichtig direkt auf die Wunde getupft oder die getränkte Kompresse auf die Wunde auflegen.

  • Salzwasserlösung

    Eine Salzwasserlösung eignet sich gut, um die Wunde sanft zu reinigen. Durch das Spülen wird das Risiko weiterer Infektionen reduziert.

  • Kamille oder Ringelblume

    Kamille und Ringelblume wirken entzündungshemmend und antimikrobiell. Sie lassen sich als Spüllösung, Tinktur oder in Form einer Salbe anwenden.

  • Aloe vera

    Aloe vera ist bekannt für ihre entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften. Das Gel kann vorsichtig auf betroffene Stelle aufgetragen werden.

    Wichtig ist jedoch: Bei schweren Verletzungen oder infizierten Wunden sollte Aloe vera nicht eingesetzt werden.

Behandlung offener eitriger und chronischer Wunden

Offene eitrige und chronische Wunden benötige eine besonders sorgfältige und individuelle Behandlung. In der Regel übernimmt der behandelnde Hausarzt die individuelle Wundversorgung mit geeigneten Verbandmitteln, in manchen Fällen auch in Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst.

Um Beschwerden zu lindern, können Schwellungen und Schmerzen mit Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden. Auch ein vorsichtig aufgelegter Eisbeutel kann helfen, die Symptome zu reduzieren.

Da chronische oder stark eitrige Wunden oft komplex sind, empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Wundmanager oder speziell geschulte medizinische Fachkräfte. Wir unterstützen Sie dabei.

Gut zu wissen

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