Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Eileiterschwangerschaft

Frau mit Unterleibschmerzen im Schlafzimmer.

Anzeichen und Behandlung einer Eileiterschwangerschaft

Bei einer normalen Schwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter (Uterus) ein. Besteht eine Eileiterschwangerschaft, medizinisch Tubargravidität, befindet sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter, an der Schleimhaut der Eileiter. Die Diagnose ist für die betroffenen Frauen oft ein großer Schock. Denn bei einer Eileiterschwangerschaft ist das Fortführen der Schwangerschaft nicht möglich, so dass sie zwangsläufig mit einem Verlust des Embryos einhergeht. Die seltene Komplikation betrifft glücklicherweise nur etwa zwei Prozent aller Schwangerschaften.

Erfahren Sie welche ersten Anzeichen sich eine Eileiterschwangerschaft äußert und welche Möglichkeiten der Nachsorge bestehen.

Wussten Sie schon, dass…

  • Eileiterentzündungen das größte Risiko für eine Eileiterschwangerschaft darstellen?
  • die AOK Sachsen-Anhalt die Kosten für eine ambulante Psychotherapie übernimmt?
  • der Austausch mit anderen Betroffenen helfen kann, das Erlebte zu verarbeiten?

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

JUnge Frau mit Schwangerschaftstest in der Hand.


Im Normalfall wandert die Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter innerhalb von vier bis fünf Tagen. Bei einer Eileiterschwangerschaft bleibt die Eizelle im Eileiter stecken und nistet sich so außerhalb des Uterus ein.

Das kann verschiedene Ursachen haben: 

  • eingeschränkte Beweglichkeit des Eileiters
  • verklebte Eileiter
  • Eileiterentzündungen
  • vorausgegangene Eingriffe an den Eileitern

Nistet sich die Eizelle außerhalb der Gebärmutter ein, kann sie sich nicht weiterentwickeln. Häufig löst sich der Embryo mitsamt Plazenta von allein und wird mit der nächsten Periode abgestoßen. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Frauen oft noch gar nichts von der Schwangerschaft bemerkt. Falls sich die Schwangerschaft nicht auf natürlichem Weg beendet, ist eine medikamentöse Behandlung oder in einigen Fällen auch eine Operation nötig. Denn im fortgeschrittenen Stadium einer Eileiterschwangerschaft kann es zu gefährlichen Komplikationen kommen.

Symptome bei einer Eileiterschwangerschaft

Bei einer Eileiterschwangerschaft haben Betroffene zunächst normale Schwangerschaftsanzeichen:

  • positiver Schwangerschaftstest
  • Schwangerschaftshormon Beta-hCG im Blut oder Urin
  • ausbleibende Periode
  • Übelkeit

Erste Anzeichen für eine fehleingenistete Schwangerschaft zeigen sich meist zwischen der 6. und 9. Schwangerschaftswoche:

  • anhaltende Unterleibsschmerzen
  • meist eher einseitige Schmerzen
  • Schmierblutungen (bräunlicher Ausfluss)
  • Kreislaufbeschwerden, Übelkeit, Schwindel, Kurzatmigkeit, rasender Puls, manchmal ausstrahlender Schmerz in die Schultern

Wenn eine oder mehrere Symptome auftreten, sollten Sie eine gynäkologische Facharztpraxis aufsuchen, um die Beschwerden untersuchen zu lassen.

Wie wird eine Eileiterschwangerschaft diagnostiziert?

Bei dem Verdacht einer Eileiterschwangerschaft erfolgt zunächst eine ausführliche Anamnese. Verhärtet sich die Vermutung, folgen einige Untersuchungen:

  • Abtasten des Unterbauchs

    Durch äußeres und inneres (vaginales) Abtasten des Unterleibes, sowie Feststellung der Größe der Gebärmutter überprüft der Arzt oder die Ärztin den Verlauf der Schwangerschaft. Besteht eine Schmerz- und Druckempfindlichkeit kann das ein erster Hinweis auf eine mögliche Eileiterschwangerschaft sein.

  • Blutuntersuchung

    Durch eine Blutuntersuchung bestimmt der Arzt oder die Ärztin die Konzentration des Schwangerschaftshormons Beta-hCG. Normalerweise verdoppelt sich der Wert im Blut bei einer intakten Schwangerschaft alle 48 Stunden. Sinkt oder stagniert der Wert, ist das ein erstes Anzeichen für eine fehlgeleitete befruchtete Eizelle. 

  • Ultraschall

    Bleibt der Verdacht einer fehlerhaften Einnistung der Eizelle bestehen, erfolgt meist eine vaginale Ultraschalluntersuchung zur Lokalisierung. Je früher diese Untersuchung in der Schwangerschaft erfolgt, desto schwerer ist die Eizelle zu sehen. Nach ärztlichem Ermessen kann eine Farbdopplersonographie erfolgen. Diese Untersuchung zeigt die durchbluteten Areale besonders gut, beispielsweise das Schwangerschaftsgewebe, in dem sich die Eizelle eingenistet hat.

Behandlung einer Eileiterschwangerschaft

Vater mit Baby im Arm

Ist die Eileiterschwangerschaft eindeutig diagnostiziert, wird ein Schwangerschaftsabbruch notwendig. Eine Weiterführung der Schwangerschaft ist nicht möglich, da der Embryo innerhalb der Eileiter keine Entwicklungsmöglichkeiten hat.

Eine zügige Behandlung ist zwingend erforderlich, um schwere Komplikationen zu verhindern, wie einen Eileiterriss (Tubarruptur) oder massive innere Blutungen. Je früher eine Behandlung erfolgt, desto höher ist die Chance, dass die Eileiter keinen dauerhaften Schaden davontragen. Die Kosten für die zwingend erforderliche medizinische Behandlung trägt die AOK Sachsen-Anhalt.

  • Medikamentöse Therapie

    Eine frühzeitig festgestellte Eileiterschwangerschaft kann meist medikamentös therapiert werden. Das Medikament hemmt das Wachstum des Schwangerschaftsgewebes und sorgt für ein Absterben des Embryos und den Abbau durch den Körper. Um die Wirkung des Medikaments zu überwachen ist eine engmaschige ärztliche Kontrolle zwingend erforderlich.

  • Operativer Eingriff

    Eine fortgeschrittene Eileiterschwangerschaft mit akuten Symptomen muss operativ behandelt werden. Endoskopisch, also minimalinvasiv mit einer Bauchspiegelung, wird die Eizelle unter Vollnarkose entfernt.

    Es bestehen zwei Möglichkeiten:

    • Entfernung des Schwangerschaftsgewebes über einen kleinen Schnitt an der Eileiterwand, sodass der Eileiter erhalten bleibt.
    • Wenn eine unwiederbringliche Schädigung vorliegt oder die Familienplanung abgeschlossen ist, wird der gesamte Eileiter entfernt.

    In seltenen Fällen wird eine offene Bauchoperation mittels Bauchschnitt notwendig, beispielsweise, wenn eine Bauchspiegelung aus medizinischer Sicht nicht möglich ist. 

Nachsorge und Hebammenhilfe

Nach der Behandlung erfolgt eine engmaschige Kontrolle der Gebärmutter und Eierstöcke, sowie eine Überwachung des Beta-hCG durch den Frauenarzt oder die Frauenärztin.

Auch wenn der Eingriff komplikationslos verläuft, ist eine Eileiterschwangerschaft für viele Betroffene mit Trauer und seelischer Belastung verbunden. Nehmen Sie Ihre Gefühle und Empfindungen ernst:

  • Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. 
  • Nehmen Sie sich Zeit für die Verarbeitung des Verlustes.
  • Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus.

Kann man nach einer Eileiterschwangerschaft wieder schwanger werden?

Viele Betroffene haben anschließend gute Chancen auf eine normale Schwangerschaft mit Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter.

Wenn bei der Operation ein Eileiter komplett entfernt wurde, sind die Chancen auf eine Schwangerschaft geringer als bei zwei Eileitern.

Hinweis: Jede Eileiterschwangerschaft erhöht das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft. Deshalb ist es besonders wichtig bei einer nachfolgenden Schwangerschaft möglichst schnell den ersten Vorsorgetermin bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen zu vereinbaren, um eine weitere Fehleinnistung auszuschließen.

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