Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Verhütung

Frau mit Sonnenhut im Liegestuhl liest ein Buch

Verhütungsmethoden - wie finde ich die Richtige für mich?

Verhütung schützt vor ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten. Mit jeweils 47 und 46 Prozent sind die Pille und das Kondom die beliebtesten Verhütungsmittel in Deutschland. Sie zählen zu den sichersten bei richtiger Anwendung. Zur Auswahl stehen darüber hinaus viele weitere Verhütungsmethoden. Wir haben die bekanntesten unter die Lupe genommen und deren Vor- und Nachteile in diesem Beitrag zusammengestellt.

Wussten Sie schon, dass…

  • die AOK Sachsen- Anhalt verschreibungspflichtige Verhütungsmittel bis zum 22. Geburtstag übernimmt?
  • natürliche Verhütungsmethoden immer beliebter werden?
  • nur das Kondom sicher vor Geschlechtskrankheiten schützt?

Welche Verhütungsmethoden gibt es?

Das Feld an Verhütungsmethoden ist weit. Die einen wirken, indem sie den weiblichen Zyklus mit Hormonen beeinflussen. Andere verhindern durch eine "Barriere", dass der Samen zur Eizelle gelangt. Als Alternative gibt es noch sogenannte chemische Verhütungsmethoden in Form von Gels, Vaginalzäpfchen oder -tabletten. Durch ihre Inhaltsstoffe hemmen sie die Spermien des Mannes in ihrer Beweglichkeit oder töten sie ab.

Hormonelle Verhütungsmethoden

Entscheidet man sich für eine hormonelle Verhütung, wird durch eine Kombination aus verschiedenen Hormonen der Eisprung verhindert. Hormonelle Verhütungsmethoden sind sehr sicher, können aber auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Sie sind verschreibungspflichtig und werden von der AOK Sachsen-Anhalt bis zum 22. Geburtstag übernommen.

  • Antibabypille ("Pille")

    Die Pille enthält Östrogen und Gestagen und wird in jedem Zyklus 21 oder 22 Tage eingenommen. Während der Einnahmepause setzt die Monatsblutung ein. Die Minipille ist eine Alternative für Frauen, die Östrogen nicht vertragen. Jedoch kann die Pille Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen verursachen und erhöht das Risiko für eine Thrombose. 

  • Vaginalring

    Der Vaginalring ist aus Kunststoff und gibt eine Kombination aus Hormonen durch die Scheidewand ins Blut ab. Er wird in die Scheide eingeführt und alle 21 Tage gewechselt. Er kann durch die vorhandenen Hormone Kopfschmerzen, Akne oder schmerzhafte Monatsblutungen hervorrufen. Außerdem ist er thrombosefördernder als die Pille, da die Hormonkonzentration im Ring höher ist.

  • Verhütungspflaster 

    Das Verhütungspflaster wird auf die Haut geklebt und gibt von dort Östrogen und Gestagen über die Haut ab. Es muss in den ersten drei Wochen des Zyklus wöchentlich gewechselt werden. Wie die Pille erhöht das Pflaster das Thromboserisiko. Für Frauen mit empfindlicher Haut, ist es eher ungeeignet, da es zu Reaktionen an der Klebestelle des Pflasters kommen kann.

  • Hormonspirale 

    Die Hormonspirale wird vom gynäkologischen Fachpersonal in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort das Hormon Levonorgestrel ab. Das verhindert bis zu fünf Jahre lang, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Die Hormonspirale ist teuer, und das Einsetzen kann manchmal schmerzhaft sein. Sie kann Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen und Zwischenblutungen mit sich bringen.

Hormonfreie Verhütungsmethoden

Natürlich ist eine Verhütung auch ohne das Zuführen von Hormonen möglich. Diese Methoden haben keinen Einfluss auf den Hormonhaushalt und greifen damit nicht in den natürlichen Zyklus der Frau ein. Verhütungsmethoden ohne Hormone sind etwas weniger sicher und müssen richtig angewendet werden. Die bekanntesten Methoden sind:

  • Kondom für den Mann

    Das Kondom wird über den erigierten Penis gestülpt und verhindert das Eindringen des Samens in die Vagina der Frau. Zusätzlich schützt es vor Geschlechtskrankheiten wie Aids, Hepatitis C oder Tripper. Ein Kondom kann jedoch reißen oder beschädigt sein. Sitzt es nicht richtig, bietet es keinen sicheren Schutz. Bei Frauen mit Latex-Allergie kann es zudem allergische Reaktionen auslösen.

  • Kupferspirale 

    Die Kupferspirale wird vom Gynäkologen oder der Gynäkologin in die Gebärmutter eingesetzt. Sie schützt bis zu fünf Jahren vor einer ungewollten Schwangerschaft. Die Spirale verstärkt und verlängert meist die Regelblutung. 

  • Frauenkondom 

    Das Frauenkondom wird in die Scheide eingeführt und passt sich an die Innenwand der Scheide an. Es wirkt vom Prinzip her wie das Kondom beim Mann. Leider kann es beim Geschlechtsverkehr verrutschen und schützt dann nicht mehr. Auch das richtige Einsetzen benötigt etwas Übung.

  • Diaphragma (Pessar)

    Das Diaphragma ist eine weiche Kappe aus Silikon, die den kompletten Muttermund in der Scheide bedeckt. Meist wird es vor dem Einsetzen noch mit einem Gel überzogen, das die Spermien abtötet. Die Frau setzt das Diaphragma selbst vor dem Geschlechtsverkehr ein. Es darf frühestens nach sechs Stunden wieder entfernt werden. Bei manchen Frauen kann das Diaphragma ein Brennen im Scheidenbereich auslösen. Zudem ist es wichtig, die richtige Größe zu benutzen, damit es sicher sitzt.

ein Mann Mitte 40 legt einen Arm um seine Partnerin
Jungen paar umarmt sich lachend in ihrem Wihnzimmer

Der Pearl-Index

Mit dem Pearl-Index wird die Sicherheit von Verhütungsmethoden beurteilt. Sie können daran ablesen, wie sicher das gewählte Verhütungsmittel ist. Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer ist die Verhütungsmethode. Die Pille hat beispielsweise einen Pearl-Index von 0,1 - 0,9. Das bedeutet: Bei 1000 Frauen, die die Pille ein Jahr einnehmen, kommt es in diesem Zeitraum zu 1 - 9 Schwangerschaften. Die Sicherheit der Pille ist somit sehr hoch. Der Pearl-Index beim Kondom liegt zwischen 2 und 12.

Natürlich verhüten

ein junges Paar mitte 20 liegt kuschelnd im bett

Der Trend geht aktuell zu natürlichen Verhütungsmethoden ohne Hormone oder gewisse „Hilfsmittel“. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte symptothermale Methode (auch Temperaturmethode genannt). Dabei misst die Frau jeden Morgen um die gleiche Zeit mit einem Basalthermometer ihre Körpertemperatur und notiert sie. Zusätzlich beobachtet sie ihren Zervixschleim. In der ersten Zyklushälfte liegt die Temperatur niedriger. Nach dem Eisprung steigt sie um wenige Zehntel Grad an. Ist die Körpertemperatur an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen höher als an den Tagen davor, hat der Eisprung stattgefunden. 
Diese Methode bedarf einiger Übung und erfordert eine sorgfältige Überwachung des eigenen Zyklus. Sie schützt aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. An fruchtbaren Tagen muss zudem zusätzlich verhütet werden.

Sterilisation

Eine dauerhafte und endgültige Möglichkeit der Verhütung ist die Sterilisation. Dabei werden unter Vollnarkose die Eileiter verschlossen, damit die Eizellen nicht mehr in die Gebärmutter gelangen. Bei einem Mann wird die Sterilisation als Vasektomie bezeichnet. Dort werden die Samenleiter des Mannes durchtrennt. Ein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet diese Methode aber nicht.

Die „Pille danach“

Ein sogenanntes Notfallverhütungsmittel ist die „Pille danach“. Sie kann eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, wenn die gewählte Verhütungsmethode nicht funktioniert hat oder die Verhütung vergessen wurde. Sie ist verschreibungspflichtig. Die Pille hemmt oder verzögert den Eisprung und kann somit die Befruchtung der Eizelle verhindern. Sie sollte innerhalb von zwölf Stunden eingenommen werden.

Rat vom gynäkologischen Fachpersonal

Frauenäztin klärt ein junges Paar über die verschiedenen Verhütungsmethoden auf

Das eine Verhütungsmittel für alle gibt es nicht. Verhütung ist eine individuelle Entscheidung jedes Paares und muss immer zu den eigenen Lebensumständen passen. Viele Frauen entscheiden sich am Anfang für Verhütungsmethoden mit Hormonen. Mit fortschreitendem Alter oder abgeschlossener Familienplanung sind oft Methoden ohne Hormone beliebter. 

Sind Sie sich unsicher, welche Verhütung für Sie in Betracht kommt, dann holen Sie sich Rat bei Ihrem gynäkologischen Fachpersonal. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie über alle Verhütungsmethoden beraten und mit Ihnen eine geeignete finden.

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