Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Spätakne

Eine etwa 30 jährige Frau befindet auf dem Boden vor einem Sofa. Sie trägt ein Handtuch als Turban und einen Bademantel. Gemeinsam mit ihrer etwa 3 jährigen Tochter halten sie sich Gurkenscheiben vor die Augen. Beide lachen ausgiebig.

Akne im Erwachsenenalter

Unreine Haut kennt kein Alter – Spätakne betrifft viele Erwachsene. Sie ist eine Form der Akne, die auch als Erwachsenenakne bezeichnet wird. In der Fachsprache heißt sie Acne tarda. Spätakne tritt meist ab etwa dem 25. Lebensjahr auf und kann bis ins mittlere oder sogar höhere Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Besonders anfällig sind Frauen, die bereits in ihrer Jugend an Akne gelitten haben. Auch eine familiäre Veranlagung oder hormonelle Erkrankungen wie das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) können das Risiko erhöhen.

Welche Faktoren Spätakne auslösen können, wie sie sich zeigt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wussten Sie schon, dass…

  • besonders Frauen anfällig für eine Spätakne sind?
  • die AOK Sachsen-Anhalt einen Online-Hautcheck anbietet?
  • eine gesunde Ernährung nicht nur sondern auch das Hautbild beeinflussen kann?

 

Ein etwa 25 jähriges Frau sitzt vor einem kleinen Spiegel und drückt einen Pickel aus.

Typische Symptome der Spätakne

Spätakne äußert sich vor allem durch entzündete Hautveränderungen. Typisch sind rötliche, schmerzhafte Pickel sowie Pusteln – kleine, mit Eiter gefüllte Bläschen. Auch tieferliegende Knoten können entstehen, die sich als schmerzhafte Verhärtungen unter der Haut bemerkbar machen. Zusätzlich treten häufig Mitesser auf, sowohl offene als auch geschlossene Komedonen.

Spätakne hat häufig einen chronischen Verlauf mit wiederkehrenden Entzündungen. Betroffen häufig sind Kinn und Kieferlinie, Mund- und Wangenpartie sowie der Halsbereich. Auch der Rücken oder das Dekolleté können Unreinheiten entwickeln. 

Typisch ist außerdem, dass die Haut vermehrt Talg produziert, gleichzeitig aber empfindlich reagiert und leicht austrocknet. Entzündete Hautstellen heilen oft langsamer und können Narben hinterlassen. 

Im Unterschied dazu tritt die Jugendakne meist in der Pubertät zwischen 12 bis 18 Jahren auf. Häufig sind Stirn und Nase betroffen. Spätakne zeigt sich dagegen eher im unteren Gesichtsbereich und hat häufig andere Auslöser.

Ursachen:Wodurch entsteht Spätakne?

  • Hormonelle Veränderungen

    Hormone gelten als häufigste Ursache. Vor allem Androgene können die Talgproduktion erhöhen und so verstopfte Poren und Entzündungen begünstigen.

    Solche hormonellen Veränderungen treten häufig in bestimmten Lebensphasen auf, zum Beispiel während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft, nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel oder in den Wechseljahren.

  • Genetische Veranlagung

    Tritt Akne gehäuft in der Familie auf, ist auch das eigene Risiko erhöht.

  • Stress, Schlafmangel und Lebensstil

    Stresshormone können die Talgproduktion anregen und Entzündungen fördern. Schlafmangel beeinträchtigt zudem die Regeneration der Haut. Eine unausgewogene Ernährung, Alkohol oder Rauchen können das Hautbild zusätzlich verschlechtern.

  • Medikamente

    Bestimmte Medikamente können Akne begünstigen. Dazu gehören unter anderem Kortisonpräparate, bestimmte Antidepressiva sowie eine Überdosierung von Vitamin-B12.

  • Kosmetik und Hautpflege

    Komedogene Kosmetikprodukte können Akne verschlimmern. Auch zu aggressive Reinigung oder häufiges Peelen kann die Haut reizen und Entzündungen fördern.

  • Umweltfaktoren

    Feinstaub, Abgase und andere Umweltschadstoffe können die Haut zusätzlich belasten. UV-Strahlung kann langfristig Akne verschlechtern.

     

Behandlung von Spätakne: Was hilft wirklich?

Cosmetologist preparing patient for facial treatments

Spätakne ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Die Therapie benötigt aber Geduld. Die Grundlage der Behandlung ist eine individuell abgestimmte Therapie durch einen Dermatologen. Das Ziel der medizinischen Therapien bei Spätakne ist es, Entzündungen zu reduzieren, die Talgproduktion zu regulieren und Narbenbildung zu vermeiden.

Häufig kommen lokal wirkende Medikamente in Form von Cremes, Gelen oder Lotionen zum Einsatz. Sie wirken entzündungshemmend und werden direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. 

In stärkeren Fällen kann auch eine systemische Therapie mit Tabletten notwendig sein, etwa mit hormonellen oder entzündungshemmenden Wirkstoffen. Diese Behandlung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht

Close-up of a young woman looking at pimples in the mirror. Beautiful woman with acne problem skin checks dry face skin. Red spots, rash, acne. Skin treatment.

Eine angepasste Hautpflege unterstützt die medizinische Therapie und kann helfen, das Hautbild langfristig zu verbessern.

  • Milde, nicht austrocknende Pflegeprodukte verwenden
  • Sanfte, pH-neutrale Reinigungsprodukte nutzen
  • Aggressives Waschen vermeiden
  • Feuchtigkeitspflege auch bei fettiger Haut verwenden
  • Nicht fettende, porenfreundliche Sonnenschutzprodukte nutzen

Weniger ist oft mehr. Zu viele Pflegeprodukte oder häufiges Wechseln der Routine können die Haut zusätzlich reizen.

Hilfsreich für die tägliche Pflege sind außerdem lauwarmes Wasser und saubere Handtücher und Pinsel, um die Übertragung von Bakterien zu vermeiden. Leichte, ölfreie Produkte mit Wirkstoffen wie Niacinamid, Zink oder Salicylsäure können das Hautbild zusätzlich unterstützen.

Was man bei Spätakne lieber vermeiden sollte

  • Pickel nicht ausdrücken oder auskratzen
    Drücken Sie Pickel aus, erhöhen Sie das Risiko für Entzündungen und Narben. Zusätzlich verzögert sich der Heilungsprozess.

     
  • Aggressive Produkte, die die Haut reizen
    Vermeiden Sie stark alkoholhaltige oder austrocknende Produkte. Sie reizen Ihre Haut und schwächen die natürliche Schutzbarriere.
  • Keine Selbstexperimente
    Ungeprüfte Hausmittel oder Internet-Tipps können mehr schaden als helfen. Willkürliche Mischungen von Cremes oder Medikamenten sollten Sie vermeiden.
     
  • Make-up nicht übermäßig auftragen
    Schweres oder fettiges Make-up kann Poren verstopfen und die Entstehung von Pickeln fördern. Wenn Make-up verwendet wird, sollte es nicht komedogen sein und abends gründlich entfernt werden, um der Haut Regeneration zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Spätakne?

Young cheerful woman eats vegetarian lunch in bowl, sitting by the table full of fresh food ingredients indoors. Healthy lifestyle and wellness concept

Der Einfluss der Ernährung auf Akne wird intensiv erforscht. Es wird vermutet, dass zuckerreiche, stark verarbeitete Lebensmittel wie Süßigkeiten oder Weizenmehlprodukte Entzündungen fördern können. Sie lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und können dadurch die Talgproduktion beeinflussen. Der Zusammenhang ist wissenschaftlich jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Studien geben Hinweise darauf, dass eine Ernährung mit einem niedrigem glykämischem Index Ihr Hautbild verbessern kann. Empfehlenswert sind daher vor allem Vollkornprodukte, frisches Gemüse, Hülsenfrüchte und eine insgesamt ausgewogene Ernährung.

Auch Milchprodukte können bei manchen Menschen Akne verstärken. Beobachten Sie daher, wie Ihre Haut auf bestimmte Lebensmittel reagiert.

Lebensstil: Was Sie bei Spätakne selbst tun können

  • Kümmern Sie sich um Ihr Stresslevel

    Dauerstress fördert die Ausschüttung von Cortisol und kann Hautprobleme verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Atemübungen oder Spaziergänge können helfen Stress abzubauen. Die AOK Sachsen-Anhalt bezuschusst passende zertifizierte Gesundheitskurse sicher auch in Ihrer Nähe.

  • Schlafen Sie ausreichend

    Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht fördern die Hautregeneration und die Zellerneuerung. Schlafmangel hingegen schwächt das Immunsystem. Eine regelmäßige Schlafroutine wirkt sich zudem positiv auf Ihren gesamten Stoffwechsel aus.

  • Alkohol und Nikotin? Besser nein

    Alkohol kann Entzündungsprozesse im Körper fördern. Nikotin verschlechtert die Durchblutung der Haut. Ein Verzicht auf beide Substanzen kann sich langfristig positiv auf das Hautbild auswirken.

  • Psychische Belastung ernst nehmen

    Anhaltende Akne kann das Selbstbewusstsein und Wohlbefinden beeinträchtigen. Betroffene fühlen sich verunsichert und ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Wichtig: Sprechen Sie frühzeitig über Ihre Beschwerden und holen Sie sich bei bedarf Unterstützung. Achtsamkeit, Selbstfürsorge und soziale Unterstützung helfen im Umgang mit Erkrankung und unterstützen den Heilungsprozess.

Fazit: Spätakne ist eine häufige Hauterkrankung im Erwachsenenalter. Mit der richtigen Behandlung, einer angepassten Hautpflege und einem gesunden Lebensstil lässt sich das Hautbild jedoch in vielen Fällen deutlich verbessern.

Gut zu wissen

    Ergebnisse werden geladen

    Jetzt bei der AOK Sachsen-Anhalt versichern

    Registrieren Sie sich schnell und unkompliziert bei unserer Online-Anmeldung.

    Mitglied werden