Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Prostatabeschwerden

Ein etwa 70 jähriger Mann sitzt auf der Couch in seinem Wohnzimmer

Erkrankungen der Prostata frühzeitig erkennen

Mit zunehmenden Alter vergrößert sich die Prostata und kann häufigen Harndrang und nächtliches Wasserlassen zur Folge haben. Bis zu 70 Prozent aller Männer über 70 Jahren sind davon betroffen. Eine vergrößerte Prostata kann jedoch auch, gerade bei jüngeren Männern, auf Erkrankungen hinweisen. Welche das sind und wie Sie mit regelmäßiger Vorsorge vorbeugen, lesen Sie in unserem Beitrag.

Wussten Sie schon, dass…

  • die Prostata sich mit zunehmenden Alter vergrößert?
  • Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist?
  • die AOK Sachsen-Anhalt die Prostatakrebsvorsorge einmal jährlich für Männer ab 45 Jahren übernimmt?

Welche Funktion hat die Prostata?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und befindet sich am Blasenausgang zwischen Enddarm und Blase. Sie ist ungefähr so groß wie eine Kastanie und wiegt zwischen 20 und 25 Gramm. Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Das im Hoden produzierte Testosteron ist für das Wachstum und die Funktion der Prostata verantwortlich.

Für bestehende Beschwerden können verschiedene Krankheitsbilder verantwortlich sein. Die wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor:

  • Gutartige Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie)

    Bei einer gutartig vergrößerten Prostata sprechen Mediziner von einer benignen Prostatahyperplasie, kurz BPH. Ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko für eine vergrößerte Prostata und den damit verbundenen Beschwerden an. Dass sich die Prostata vergrößert, liegt vorwiegend an der Veränderung des Hormonhaushaltes. Auch genetische Faktoren und eine ungesunde Ernährungsweise mit zu viel Alkohol und Nikotin kommen als auslösende Faktoren in Betracht. 

    Ist die Prostata vergrößert, drück sie auf Harnröhre und Blase und es können Probleme beim Wasserlassen auftreten. Häufiger oder nächtlicher Harnandrang, ein schwacher Harnstrahl oder nachträufelnder Urin sind typische Anzeichen. Zwischen Größe der Prostata und Stärke der Beschwerden besteht übrigens kein direkter Zusammenhang. Manche Männer haben selbst mit stark vergrößerter Prostata nur wenig Beschwerden, während bei anderen bereits eine leichte Vergrößerung für Probleme sorgt.

    Eine gutartige Vergrößerung der Prostata kann sehr lästig sein, ist aber meist harmlos. Sie wirkt sich auch meist nicht auf die Erektionsfähigkeit aus, aber die produzierte Samenflüssigkeit kann sich verändern. 

  • Prostataentzündung (Prostatitis)

    Neben der altersbedingten Prostatavergrößerung gibt es auch andere Beschwerden, die an der Prostata auftreten. Dazu gehören akute oder chronische Entzündungen. Im medizinische Bereich spricht man von einer Prostatitis. Bei einer Prostataentzündung ist die Prostata angeschwollen und somit größer als normalerweise. 
    Ursache ist eine Infektion mit Bakterien, meist Darmbakterien, die über die Harnwege oder das Blut bis zur Prostata gelangen. Ist die Entzündung nur über eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen, die sogenannten Leukozyten, und nicht über Bakterien nachweisbar, sprechen Ärzte und Ärztinnen von einem entzündlichen, chronischen Beckenschmerzsyndrom. 

    Eine Prostatitis ist schmerzhaft und geht meist mit einem starken Krankheitsgefühl einher. Betroffene Männer verspüren Schmerzen beim Wasserlassen und bei der Ejakulation. Außerdem können Beschwerden in Becken, Hüfte oder dem Rückenbereich auftreten. Auch Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit sind Anzeichen für eine Entzündung der Prostata. 
    Etwa 15 Prozent aller Männer zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, erkranken einmal im Leben an einer Prostatitis.

  • Prostatakrebs

    Das Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse. Er ist die häufigste Krebsdiagnose bei Männern in Deutschland. Über 60 000 Männer erkranken jährlich an Prostatakrebs. Größter Risikofaktor ist das Alter. Vor dem 45. Lebensjahr ist Prostatakrebs äußerst selten. Danach steigt das Risiko für ein Prostatakarzinom mit zunehmenden Lebensjahren an.

    Ein Prostatakarzinom wächst im Gegensatz zu anderem bösartigen Tumoren eher langsam. Im Frühstadium verursacht es oft keine Symptome. Erst wenn der Krebs weiter wächst und sich ausbreitet, treten Beschwerden auf. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer gutartigen Prostatavergrößerung: Probleme beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und ein schwacher Harnstrahl. Befindet sich der Krebs bereits in einem fortgeschrittenem Stadium, kann er sich über die Lymphbanen oder das Blut in andere Körperregionen ausbreiten, wie zum Beispiel die Knochen. Das kann Symptome wie Knochenschmerzen auslösen.

Diagnose und Behandlung bei Problemen 

Eine vergrößerte Prostata mit den damit verbundenen Symptomen deutet nicht automatisch auf eine Krebserkrankung hin. 
Dennoch sollten Sie bestehende Beschwerden unbedingt ernst nehmen und ärztlich abklären zu lassen.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie zu Ihren Beschwerden befragen und sich einen Überblick über Ihre Krankheitsgeschichte machen. Im Abschluss folgt in der Regel eine Tastuntersuchung, mit der eine Prostatavergrößerung festgestellt werden kann. Auch eine Blut- oder Urinuntersuchung liefern weitere Anhaltspunkte. 

Zusätzlich kann man mit einem PSA-Test, bei dem der Wert des Prostata-spezifischen Antigens im Blut gemessen wird, Ursachen für die Prostatabeschwerden finden. Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt die Kosten für einen PSA-Test, wenn bereits ein medizinischer Verdacht auf Prostatakrebs oder -beschwerden vorliegt. Um Prostatakrebs gesichert zu diagnostizieren, kommen zusätzlich bildgebende Verfahren wie ein multiparametrisches MRT (mpMRT), ein transrektaler Ultraschall und die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) in Frage.

Je nach Krankheitsbild gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden:

  • Basieren die Probleme auf einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, wird das ärztliches Fachpersonal zunächst Ihren Gesundheitszustand beobachten und regelmäßig dokumentieren. Tritt keine Besserung ein, verordnet Ihnen das ärztliche Fachpersonal Medikamente, die die Blasenentleerung erleichtern, indem sie die Muskeln der Prostata und Blase entspannen. Sind die Beschwerden besonders stark oder tritt ein Harnverhalt auf, kann die Prostata auch in einer Operation verkleinert werden.
  • Für die Behandlung einer Prostatitis muss zunächst deren Ursache festgestellt werden. Erst wenn das medizinische Fachpersonal weiß, welche Bakterien die Entzündung verursachen, kann mit passenden Antibiotika gegengesteuert werden. Bei einem chronischen Beckenschmerzsyndrom werden nur die Symptome behandelt.
  • Prostatakrebs kann mit Medikamenten, einer operativen Entfernung der Prostata oder durch Bestrahlung des Tumors behandelt und geheilt werden. Auch hier gibt es die Behandlungsmethode der aktiven Überwachung („active surveillance“). Die Prostata wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert und nur wenn der Tumor wächst, wird er behandelt.

Das können Sie selbst tun

ein mann mitte 50 mixt sich einen grünen Smoothie

Sind Ihre Beschwerden auf eine altersbedingte Prostata-vergrößerung zurück zuführen, können Sie selbst etwas dagegen tun. Hier ein paar nützliche Tipps, die Ihnen im Alltag helfen können:

  • Trinken Sie in Maßen: Empfohlen sind nicht mehr als eineinhalb Liter am Tag. Verteilen Sie dabei die Trinkmenge gleichmäßig über den Tag.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Wasserlassen: Warten Sie einen Moment nach dem Wasserlassen und versuchen Sie es dann noch einmal. Damit stellen Sie sicher, dass Ihre Blase wirklich leer ist.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf entwässernde oder harntreibende Getränke: Das sind beispielsweise Alkohol und koffeinhaltige Getränke wie grüner oder schwarzer Tee.
  • Trainieren Sie Ihre Blase: Versuchen Sie Ihren Toilettengang regelmäßig etwas hinauszuschieben.

Warum Prostatakrebsvorsorge so wichtig ist

Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, senkt das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken. 
Für Männer ab 45 Jahren übernehmen wir die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Urologen. So können Prostatabeschwerden und eine mögliche Krebserkrankung frühzeitig erkannt und behandelt werden. Mehr zum Thema Vorsorge erfahren Sie hier

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