Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Blut und Blutplasma spenden

Ein Mann beim Blutspenden in Sachsen-Anhalt

Blut spenden – Leben retten

In Deutschland werden täglich durchschnittlich 15.000 Blutspenden benötigt. Sie werden beispielsweise bei Operationen eingesetzt und können im Ernstfall Leben retten. Grundsätzlich gibt es drei Arten der Blutspende: Eine Vollblutspende enthält alle wesentlichen Blutbestandteile, darunter rote und weiße Blutkörperchen, Blutplasma und Blutplättchen. Bei einer Plasmaspende wird nur das Blutplasma, also der flüssige Anteil des Blutes, entnommen. Dieser enthält wichtige Eiweiße und Gerinnungsfaktoren. Daneben gibt es die Thrombozytenspende, bei der nur die Blutplättchen (Thrombozyten) entnommen werden. Die übrigen Bestandteile werden dem Spender zurückgegeben.

In unserem Artikel zeigen wir, warum Blutspenden so wichtig sind und wer spenden kann. Außerdem erfahren Sie, wie eine Blutspende abläuft und wo Sie in Sachsen-Anhalt Blut spenden können.

Wussten Sie schon, dass...

  • etwa 80 Prozent der Menschen in Deutschland einmal im Leben auf Blutpräparate angewiesen sind?
  • durch den Gesundheitscheck vor der Spende Bluthochdruck erkannt werden kann?
  • Sie als Versicherter der AOK Sachsen-Anhalt vom Check-up Plus profitieren?

Arten der Blutspende

Grundsätzlich gibt es drei Arten der Blutspende: die Vollblutspende, die Blutplasmaspende und die Thrombozytenspende. Die Eigenblutspende stellt eine Sonderform dar. Sie ist sehr aufwändig und wird heute nur noch selten durchgeführt, beispielsweise vor größeren Operationen, damit bei Bedarf das zuvor entnommene Eigenblut zurückgegeben werden kann.

Vollblutspende

Die Vollblutspende wird am häufigsten durchgeführt. Dabei werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Anschließend wird das Blut in seine einzelnen Bestandteile zerlegt: rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma. Eine Vollblutspende ist alle acht bis zwölf Wochen möglich. Männer können bis zu sechsmal pro Jahr Blut spenden, Frauen bis zu viermal pro Jahr.

Blutplasmaspende

Bei einer Blutplasmaspende werden die flüssigen Bestandteile des Blutes (Plasma) von den festen Bestandteilen getrennt. Die festen Bestandteile werden anschließend wieder zum Spender zurückgeleitet. Insgesamt werden dabei 650 bis 850 Milliliter Plasma entnommen. Das Plasma ist tiefgefroren bis zu zwei Jahre haltbar. Vor der ersten Spende ist ein Gesundheitscheck verpflichtend. Zwischen zwei Blutplasmaspenden wird ein Abstand von etwa einer Woche empfohlen. Eine Blutplasmaspende ist maximal 60-mal pro Jahr möglich. Zwischen einer Vollblutspende und einer Blutplasmaspende sollten mindestens zehn Tage liegen.

Thrombozytenspende

Bei der Thrombozytenspende werden die Blutplättchen (Thrombozyten) vom restlichen Blut getrennt. Das übrige Blut wird dem Spender wieder zurückgeleitet. Da die Blutplättchen in der Regel innerhalb von vier Tagen verwendet werden müssen, werden Termine meist nach Bedarf vergeben. Eine Thrombozytenspende ist alle 14 Tage möglich, jedoch maximal 26-mal pro Jahr. Zwischen einer Vollblutspende und einer Thrombozytenspende sollten mindestens zwei Tage liegen.

Frau hat gutes Gefühl beim Blutspenden.

Warum ist eine Blutspende wichtig?

Neben Stammzellen- und Organspenden sind auch Blutspenden äußerst wichtig. Sie werden beispielsweise zur Herstellung von Medikamenten sowie bei Unfällen und Operationen benötigt.

Verwendung der Vollblutspende

Durch die Aufteilung in ihre einzelnen Bestandteile kann eine Vollblutspende vielseitig eingesetzt und für mehrere Patienten verwendet werden. Jeder Patient erhält nur den Blutbestandteil, den er benötigt. Blutspenden kommen unter anderem bei Operationen, Krebserkrankungen, Unfällen sowie Herz-, Magen- und Darmerkrankungen zum Einsatz. Grundsätzlich werden alle Blutgruppen benötigt. Deshalb ist eine Blutspende auch dann wichtig, wenn Sie eine häufige Blutgruppe haben.

Verwendung der Blutplasmaspende

Blutplasma enthält unter anderem Salze, Hormone, Vitamine und Proteine. Es wird hauptsächlich zur Herstellung von Medikamenten sowie zur Behandlung von Blutgerinnungsstörungen oder schweren Immundefekten verwendet. Seltener kommt Blutplasma im Rahmen einer Plasmatransfusion bei Menschen zum Einsatz, die große Mengen Blut verloren haben.

Verwendung der Thrombozytenspende

Blutplättchen (Thrombozyten) sind für die Blutgerinnung unverzichtbar. Sie werden unter anderem eingesetzt bei:

  • Menschen, die nicht ausreichend Blutplättchen bilden können
  • Operationen oder Unfällen mit großem Blutverlust
  • Transplantationen
  • Leukämie und anderen Krebserkrankungen
Älterer Mann bei der Blutspende

Wer kann Blut spenden?

Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Blutspende sind:

  • mindestens 18 Jahre alt
  • Körpergewicht zwischen 50 und 160 Kilogramm
  • allgemein gesund
  • keine akuten Infekte: Bei einer Erkältung sollten Sie mindestens eine Woche warten, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind.
  • keine bestimmten chronischen Erkrankungen, beispielsweise Herz- und Gefäßerkrankungen oder bestimmte Blutgerinnungsstörungen

Eine vorübergehende Rückstellung ist unter anderem möglich bei oder nach:

  • Einnahme bestimmter Medikamente (individuelle Beurteilung)
  • Lebendimpfungen wie MMR
  • Reisen, zum Beispiel in Malaria-Risikogebiete
  • Operationen, Zahnbehandlungen oder endoskopischen Eingriffen
  • Tattoos und Piercings: Nach einem Tattoo oder Piercing ist eine Blutspende erst nach vier Monaten wieder möglich.

Bei einer Diabeteserkrankung hängt es vom Diabetes-Typ ab, ob Blut oder Blutplasma gespendet werden kann. Letztendlich entscheidet der Arzt vor Ort über die Zulassung zur Spende. Lange galten homosexuelle Männer aufgrund des erhöhten HIV-Risikos als Ausschlussgruppe. Durch die Anpassung der Spenderichtlinien im Jahr 2023 erfolgt die Beurteilung inzwischen unabhängig von der sexuellen Orientierung und orientiert sich am individuellen Risiko. Schwangere und Stillende können nicht spenden. Personen mit einer HIV-Infektion sind dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen.

Mehr Informationen zur Rückstellung und zu Ausschlusskriterien finden Sie hier. Außerdem können Sie beim Blutspendedienst vorab einen Spende-Check durchführen.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Der Ablauf einer Blutspende folgt einem einheitlichen Muster:

  • Anmeldung

    Sie können entweder mit einem festen Termin oder spontan zur Spende gehen. Mitbringen müssen Sie nur ihren Personalausweis oder Reisepass und gegebenenfalls ihren Blutspendeausweis.

  • Selbstauskunft

    Für die Selbstauskunft müssen Sie zunächst einen Fragebogen mit Angaben zu Vorerkrankungen, Auslandsreisen, dem Risiko für bestimmte Infektionskrankheiten und der Einnahme von Medikamenten ausfüllen. Dort können Sie auch angeben, wofür Ihre Spende nicht genutzt werden soll, zum Beispiel bei Lebertransplantationen aufgrund von Alkoholismus.

  • Überprüfung des Hämoglobinwertes

    Ein Arzt entnimmt einen Bluttropfen aus der Fingerkuppe, um Blutarmut (Anämie) auszuschließen. Bei Männern muss dieser Wert über 13,5 g/dl und bei Frauen über 12,5 g/dl liegen.

  • Kurzes Arztgespräch und Gesundheitscheck

    Der Arzt spricht mit Ihnen über den Fragebogen und misst Puls, Blutdruck sowie Körpertemperatur.

  • Die Spende

    Die Dauer der Spende unterscheidet sich je nach Art der Spende:

    • Vollblutspende: 5 bis 10 Minuten
    • Plasmaspende: etwa 30 bis 45 Minuten
    • Thrombozytenspende: etwa 60 bis 120 Minuten

    Anschließend gibt es eine kurze Ruhepause mit einer kleinen Stärkung.

  • Aufwandsentschädigung

    Als Vollblutspender erhalten Sie meist ein kleines Vita-Paket mit einem Snack, aber in der Regel keine Aufwandsentschädigung. Abhängig vom Anbieter beträgt die Aufwandsentschädigung bei Plasmaspenden etwa 20 bis 30 Euro und bei Thrombozytenspenden etwa 45 bis 60 Euro.

  • Blutspendeausweis

    Nach Ihrer ersten Blutspende wird Ihnen per Post ein Blutspendeausweis zugeschickt. Auf diesem sind Ihre Blutgruppe und der Rhesusfaktor vermerkt, was in Notfällen sehr praktisch sein kann.

  • Überprüfung der Blutkonserve

    Im Labor wird das abgegebene Blut unter anderem auf Hepatitis oder HIV überprüft. Bei Auffälligkeiten werden Sie selbstverständlich informiert.

Frau wird vor Blutspende durch Ärztin untersucht.

Nebenwirkungen einer Blutspende

Für gesunde Menschen ist eine Blutspende gut verträglich und sicher. Deshalb werden im Vorfeld auch verschiedene Gesundheitschecks durchgeführt. Trotzdem können Nebenwirkungen auftreten, beispielsweise:

  • Kreislaufprobleme
  • Übelkeit, sehr selten auch Erbrechen
  • Schmerzen oder Blutergüsse an der Einstichstelle

Der Körper gleicht die verlorene Flüssigkeit innerhalb von 24 Stunden wieder aus. Die Blutzellen werden innerhalb von etwa zwei Wochen nach der Spende nachgebildet. Da der Ausgleich des Eisenverlustes jedoch etwas länger dauert, sollten Sie die empfohlenen Spendeabstände immer einhalten.

Tipps für die Blutspende

Ob Blut, Blutplasma oder Thrombozyten: Vor und nach einer Spende sollten Sie ein paar Dinge beachten, damit alles glatt läuft.

  • Nicht krank Blut spenden

    Gehen Sie nur zur Spende, wenn Sie sich gesund und fit fühlen. Bleiben Sie bei Halsschmerzen oder Herpes lieber zu Hause, zum Selbstschutz und zum Schutz des Empfängers.

  • Zeit einplanen

    Eine Vollblutspende dauert insgesamt etwa eine Stunde, eine Plasmaspende etwa 1,5 bis zwei Stunden und eine Thrombozytenspende etwa zwei bis 2,5 Stunden. Hinweis: Es handelt sich hierbei um Richtwerte. Die tatsächliche Dauer kann variieren.

  • Ausreichend essen und trinken

    Nehmen Sie den ganzen Tag über und auch nach der Spende genügend Nahrung und Flüssigkeit zu sich, keinesfalls erst kurz vor der Spende. Am besten eignet sich leichte Kost mit viel Eiweiß und Eisen sowie Wasser, Saftschorlen oder Kräutertees.

  • Verzicht auf Alkohol und Rauchen

    Trinken Sie mindestens zwölf Stunden vor der Spende, besser aber den gesamten Vortag und auch den restlichen Tag keinen Alkohol. Innerhalb der ersten Stunde nach der Spende sollten Sie zudem auf das Rauchen verzichten.

  • Rückfahrt

    Die Teilnahme am Straßenverkehr ist nach etwa 30 Minuten wieder möglich.

  • Sport

    Treiben Sie direkt vor und nach der Spende keinen Sport. Am nächsten Tag ist Sport in der Regel wieder wie gewohnt möglich.

  • Pausen zwischen Spenden einhalten

    Halten Sie die Abstände zwischen den Spenden unbedingt ein. Das medizinische Personal achtet ebenfalls darauf.

Frische Blutplasmaspende

Jetzt aktiv werden: Blutspenden in Sachsen-Anhalt

Wenn Sie sich für eine Blutspende entscheiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Das DRK stellt regelmäßig Termine zur Verfügung. Diese finden häufig in Wohnortnähe statt, zum Beispiel in Schulen, öffentlichen Einrichtungen oder bei Veranstaltungen. Termine können Sie online oder über die Blutspende-App vereinbaren.

Termine beim DRK-Blutspendedienst NSTOB

Viele Unikliniken und Krankenhäuser bieten ebenfalls Blutspende- und Plasmaspende-Termine an. Hier können Sie auch Ihre kurzfristige Bereitschaft erklären, sodass Sie bei Engpässen kontaktiert werden können. Die Unimedizin Halle bietet zudem eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro für Vollblutspenden an.

In der bundesweiten Suche finden Sie auch private Unternehmen, die Blutspenden durchführen.

Aufgrund der kurzen Haltbarkeit finden Thrombozytenspenden meist nur bei konkretem Bedarf statt. Hier erfolgt eine kurzfristige Kontaktaufnahme über die Spenderdatenbank.

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