Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Haustiere und Gesundheit

Ein etwa 35-jähriger Mann sitzt mit seinem Hund auf dem Boden. Beide schauen auf einen Laptop.

Wie Tiere unser Wohlbefinden beeinflussen

Haustiere sind im Alltag und in herausfordernden Situationen mehr als treue Begleiter. Sie können ein fester Bezugspunkt im Alltag sein, Gesellschaft leisten und Struktur, Nähe und Geborgenheit vermitteln. Besonders Hunde bringen durch regelmäßige Spaziergänge zusätzlich Bewegung in Ihren Alltag und können Begegnungen und soziale Kontakte erleichtern. Gleichzeitig bedeutet die Haltung eines Haustieres Verantwortung. Tiere haben eigene Bedürfnisse, benötigen Zeit und verursachen Kosten. Deshalb sollten Sie die Entscheidung für ein Haustier gut überlegen und an die eigenen Lebensumstände anpassen.

Wussten Sie schon, 
dass …

  • in 23 Prozent der deutschen Haushalte eine Katze und in 19 Prozent ein Hund lebt?
  • die AOK Sachsen-Anhalt eine der besten Krankenkassen für Familien ist?
  • bei jedem dritten Deutschen im Laufe des Lebens eine Allergie festgestellt wird?

Wie können Haustiere der Gesundheit guttun?

Reifer Mann mit seinem Hund im Wald


Haustiere halten fit

Vor allem Hunde fördern regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und in der Natur. Je nach eignen Möglichkeiten können Sie gemeinsam mit Ihrem Hund auch Sportarten wie Laufen oder Radfahren ausüben. Regelmäßige Bewegung kann Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit und Muskulatur stärken und dabei helfen, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Wichtig ist, dass Sie Ihre eigenen körperlichen Möglichkeiten berücksichtigen. Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit als auch auf die Sicherheit anderer Menschen und Ihres Haustiers.

 

Eine Gruppe von drei Personen sitzt gemeinsam mit zwei Hunden auf der Wiese in einem Park.

Haustiere können Stress reduzieren

Der Kontakt mit Tieren kann beruhigend wirken. Streicheln, Spielen oder gemeinsame Zeit können vom Alltag ablenken und ein Gefühl von Nähe und Verbundenheit vermitteln. Untersuchungen zeigen, dass der Kontakt mit Tieren mit Veränderungen von Stressparametern wie Cortisol und Oxytocin verbunden sein kann.

Auch feste Zeiten für Fütterung, Spaziergänge oder Beschäftigung können Struktur im Alltag geben. Das Gefühl, für ein Tier gebraucht zu werden und Verantwortung zu übernehmen, kann dabei als positiv erlebt werden.

 

Eine etwa 20 jährige Frau hat ihre Katze im Arm. Beide schauen aus dem Fenster.

Haustiere können soziale Kontakte erleichtern

Ein Haustier kann Begegnungen mit anderen Menschen erleichtern. Besonders beim Gassigehen ergeben sich beispielsweise Gespräche mit anderen Hundebesitzern. Auch Hundeschulen, Welpenstunden oder gemeinsame Aktivitäten mit dem Tier bieten Möglichkeiten für soziale Kontakte.

Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Haustierhaltung und weniger sozialer Isolation hin. Die Ergebnisse zum Zusammenhang mit Einsamkeit sind allerdings nicht eindeutig. 

Ein etwa 9 jähriger Junge liegt mit einem Golden Retriver im Wohnzimmer auf dem Boden. Der Junge hat etwas zu Essen in der linken Hand und macht den Daumen hoch Richtung Tablet.


Haustiere und psychische Gesundheit

Haustiere können Gesellschaft und emotionale Unterstützung geben. Besonders für Menschen, die allein leben, kann die Beziehung zu einem Tier Nähe, Vertrautheit und Sicherheit vermitteln. Auch in belastenden Lebensphasen kann die gemeinsame Zeit beruhigend und wohltuend wirken.

Dabei gilt: Ein Haustier schützt nicht vor psychischen Erkrankungen und ersetzt keine professionelle Unterstützung oder Behandlung. Die Forschung zu den Auswirkungen der Haustierhaltung auf die psychische Gesundheit ist nicht eindeutig.

Hund, Katze & Co.: Die Tierart macht einen Unterschied

Grundsätzlich kann Ihnen jedes Haustier Gesellschaft leisten und Freude bereiten. Gleichzeitig unterscheiden sich die Bedürfnisse der Tiere und der gemeinsame Alltag deutlich.

  • Hunde brauchen regelmäßige Bewegung und Beschäftigung. Spaziergänge, Suchspiele oder gemeinsames Training können viel Zeit in Anspruch nehmen und bringen zusätzliche Aktivität in den Alltag.
  • Katzen können vor allem Gesellschaft und Nähe bieten. Gemeinsames Spielen oder Beobachten kann ebenfalls zum Alltag mit ihnen gehören.
  • Vögel, Kleintiere oder Fische stellen wiederum andere Anforderungen an Haltung, Pflege und Beschäftigung. Bei der Wahl eines Haustiers sollte deshalb nicht nur darauf geachtet werden, was dem Menschen gefällt. Entscheidend ist auch, ob sich die Bedürfnisse des Tieres dauerhaft mit dem eigenen Alltag vereinbaren lassen.

Was Haustiere für Kinder bedeuten können

Für viele Kinder gehören Tiere zu den liebsten Familienmitgliedern. Der Umgang mit einem Haustier kann Kindern zeigen, dass ein anderes Lebewesen eigene Bedürfnisse hat und respektvoll behandelt werden muss.

Ein etwa 30 jähriger Mann spielt ausgelassen mit seinem Hund.

Der Umgang mit Haustieren kann Kindern dabei helfen, Verantwortung und Rücksichtnahme zu lernen. Sie erfahren, die Signale und Grenzen eines Tieres zu beachten, die Bedürfnisse eines anderen Lebewesens wahrzunehmen und entsprechend darauf Rücksicht zu nehmen.

Verantwortung bleibt bei Erwachsenen
Auch wenn Kinder bei der Pflege helfen, bleibt die Verantwortung für das Tier bei den Erwachsenen. Sie sorgen für eine artgerechte Haltung, Versorgung und tierärztliche Betreuung. Je nach Alter können Kinder Aufgaben wie Füttern oder Spielen übernehmen. Dabei lernen sie, Rücksicht auf die Bedürfnisse und Grenzen des Tieres zu nehmen.

Haustiere und Allergien

Für manche Menschen kann das Zusammenleben mit einem Tier problematisch sein. Bei einer sogenannten Tierhaarallergie reagiert das Immunsystem nicht auf die Haare selbst, sondern auf bestimmte Eiweiße, sogenannte Allergene. Diese kommen unter anderem in Hautschuppen, Speichel und Ausscheidungen vor und können sich über das Fell und die Luft verbreiten.

  • Typische Beschwerden

    Eine Tierallergie kann zu Niesen, Schnupfen, juckenden oder tränenden Augen, Hautreaktionen und Atemwegsbeschwerden führen. Bei entsprechenden Beschwerden sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen.

  • Was hilft bei einer Tierallergie?

    Je nach Beschwerden können antiallergische Medikamente wie Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten eingesetzt werden. Bei bestimmten Allergien kommt auch eine spezifische Immuntherapie infrage. Lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.

    Zusätzlich kann es helfen, das Schlafzimmer tierfrei zu halten, die Wohnung regelmäßig zu reinigen und den Kontakt mit den individuellen Allergieauslösern möglichst zu reduzieren.

  • Schützen Haustiere Kinder vor Allergien?

    Ob früher Kontakt mit Haustieren Kinder vor späteren Allergien schützt, ist nicht eindeutig geklärt. Ein Haustier sollte deshalb nicht allein zur Allergievorbeugung angeschafft werden. Besteht bereits eine Tierallergie, sollten Sie vor der Anschaffung ärztlichen Rat einholen.

Ein Haustier ist kein Gesundheitsmittel

Junge Frau, die zu Hause mit ihren Sittichen spielt

Treffen Sie eine Entscheidung nicht allein nach gesundheitlichen und emotionalen Aspekten. Auch der Zeitaufwand und die entstehenden Kosten sollten Sie berücksichtigen. Klären Sie für sich und mit Ihrer Familie folgende Fragen:

  • Gibt es ausreichend Zeit für Pflege und Beschäftigung?
  • Wie ist die artgerechte Haltung in der aktuellen Wohnsituation?
  • Wie hoch können laufende Kosten für Futter und Ausstattung sein?
  • Gibt es ausreichend Geld beziehungsweise Rücklagen für Tierarztkosten, Tierversicherung und Haftpflichtversicherung?
  • Wer betreut das Haustier bei Urlaub oder Krankheit?

 

Haustiere können menschliche Beziehungen bereichern, diese aber nicht ersetzen. Auch bei psychischen Problemen sind sie kein Ersatz für professionelle Unterstützung oder eine notwendige Behandlung. Wenn Sie psychische Probleme haben, suchen Sie sich bei Bedarf professionelle Hilfe. Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Sie dazu mit verschiedenen Angeboten. 

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