Ein Seniorenpaar sitzt an einem Tisch in der Küche. Die Frau umarmt ihren Mann von der Seite. Beide lachen ausgiebig.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltMisophonie

Unter der Bezeichnung „Misophonie“ können sich die meisten Menschen erst einmal nicht viel vorstellen. Nach einer intensiveren Beschäftigung mit diesem Thema stellt jedoch nahezu jeder fest, dass er eine Person kennt, die unter dieser neurologischen Störung leidet. Was Misophonie nun genau bedeutet und welche Ursachen dahinterstecken, lesen Sie im folgenden Beitrag. Sie erhalten außerdem Tipps, wie Angehörige mit Betroffenen umgehen sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten existieren.

Wussten Sie schon, dass…

  • mindestens 15 Prozent der Erwachsenen an Misophonie leiden?
  • die Entstehung bereits im Kindesalter erfolgt?
  • durch verschiedene Entspannungs-Methoden eine Verbesserung erzielt werden kann?

Was bedeutet Misophonie?

Ein etwa 10 jähriges Mädchen sitzt an einem Tisch und hat den Arm in den Kopf gestützt. Sie schaut nachdenklich auf den Boden. Im Hintergrund sitzen drei weitere Personen, die sich unterhalten.

Die Bezeichnung setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen. Der erste Wortteil misos bedeutet übersetzt „Hass“, der zweite Wortteil phone steht für „Geräusch“. Es handelt sich um einen Hass auf Geräusche, also eine verminderte Geräuschtoleranz. 

Dabei werden allerdings keine unangenehmen Geräusche wie Babyschreien oder das Kratzen mit Fingernägeln an der Tafel als besonders schlimm empfunden, sondern eigentlich harmlose Alltagsgeräusche wie Kau- Schmatz- und Schluckgeräusche, wiederholtes Klicken und Reibgeräusche.

Ursache und Symptome

Ein etwa 6 jähriger Junge sitzt auf der Couch. Vor ihm hockt sein Vater, der dessen Hände hält. Beide schauen besorgt.

 

Forscher gehen davon aus, dass die Entstehung psychische Ursachen hat, bereits im Kindesalter erfolgt und eine Verschlimmerung während der Pubertät stattfindet. Eine Studie der Psychologieabteilung des „South Florida’s College of Medicine“ ergab, dass mindestens 15 Prozent der Erwachsenen an Misophonie leiden. Am meisten sind Frauen betroffen. Als anerkannte Krankheit gilt die psychische Störung bisher allerdings nicht. 

 

Sind betroffene Menschen bestimmten Geräuschen ausgesetzt, reagieren sie mit Wut, Ekel und Aggression. Das führt soweit, dass beispielsweise ein gemeinsames Essen mit der Familie nicht mehr möglich ist und die Leidtragenden sich zunehmend isolieren. Auch auf Unverständnis bei ihren Mitmenschen treffen sie oft, was ein erhöhtes Konfliktpotenzial darstellt. Um einem sozialen Rückzug vorzubeugen, ist es wichtig, die Störung zu erkennen und zu behandeln.

Behandlung

Ein etwa 50 jähriges Paar macht Yoga auf einer Wiese im Park. Unter ihnen befinden sich Matten und beide schauen sich an und lächeln.

Das Wichtigste bei einem solchen Problem ist, mit seinen Angehörigen darüber zu sprechen. Nur durch Kommunikation kann seinen Mitmenschen verdeutlicht werden, welcher Störfaktor vorliegt und ihnen die Möglichkeit gegeben werden, entsprechend mit der Situation umzugehen. 

Um bei Misophonie Hilfe zu finden, sind vor allem die Kontrolle über die eigenen Emotionen und die Möglichkeit, sich aktiv zu entspannen, wertvoll. Methoden wie Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Tai Chi sind sehr effektiv und tragen zur Entspannung des gesamten Körpers bei.

 

Die AOK Sachsen-Anhalt bezuschusst sogar zweimal jährlich die Teilnahme an Gesundheitskursen zum Thema Entspannung und in anderen Bereichen. Auch eine Therapie mit einem Verhaltenstherapeuten kann sinnvoll sein, wenn Entspannungsübungen keine Verbesserung herbeiführen.

Versuchen Sie Ihr Leiden nicht aus Angst, Ihre Mitmenschen würden das Problem nicht ernst nehmen, zu unterdrücken. Eine offene Kommunikation mit ihnen sorgt dafür, dass auch sie Ihre verminderte Geräuschtoleranz tolerieren und Rücksicht nehmen können.

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