Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Mentale Leistungsfähigkeit stärken

Eine Gruppe Beschäftigte sitzt zusammen und spricht über mentale Leistungsfähigkeit.

Was Unternehmen vom Spitzensport lernen können

Wer im Sport erfolgreich sein will, braucht einen gut trainierten Körper. Doch körperliche Fitness allein reicht nicht aus, um an die Spitze zu kommen. Gerade wenn es darauf ankommt, können Konzentration, Motivation und der Umgang mit Druck entscheidend sein. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, nach Rückschlägen weiterzumachen und nach anstrengenden Phasen wieder neue Kraft zu sammeln.

Ein Blick auf den Spitzensport kann deshalb auch für den Arbeitsalltag hilfreich sein. Denn mentale Leistungsfähigkeit lässt sich nicht dauerhaft auf Knopfdruck abrufen. Hohe Verantwortung, komplexe Aufgaben, Zeitdruck oder Veränderungen kosten viel Energie. Damit Mitarbeiter langfristig leistungsfähig bleiben, brauchen sie deshalb Rahmenbedingungen, die Belastung und Erholung in ein gesundes Gleichgewicht bringen.

Folgende drei Prinzipien aus dem Spitzensport zeigen, worauf es dabei ankommt: ausreichend Erholung, ein gesunder Umgang mit Rückschlägen und Teams, auf die man sich verlassen kann.

Zwei Männer besprechen sich in einer Werkstatt.

Erholung gehört zur Leistung

Beim Sport gehören Belastung und Erholung zusammen. Wer Muskeln aufbauen möchte, setzt beim Training gezielt Reize. Die anschließenden Ruhephasen braucht der Körper, um sich davon zu erholen und sich an die Belastung anzupassen. Dauertraining ohne ausreichende Erholung würde die Leistung deshalb nicht weiter steigern, sondern auf Dauer zu Erschöpfung und Leistungseinbußen führen.

Ähnlich ist es bei mentaler Belastung: Wer lange konzentriert arbeitet, viele Entscheidungen trifft oder von einem Termin in den nächsten wechselt, braucht Möglichkeiten, den Kopf zwischendurch zu entlasten.

Achten Sie deshalb bei der Arbeitsorganisation beispielsweise darauf, dass:

  • Termine nicht lückenlos aufeinanderfolgen.
  • Pausen auch bei hohem Arbeitsaufkommen möglich bleiben.
  • Sich besonders anspruchsvolle Aufgaben möglichst mit weniger fordernden Tätigkeiten abwechseln.

Denn eine längere Arbeitszeit führt nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Nur wer ausreichend Gelegenheit hat, sich zu erholen, kann seine Konzentration und Energie gezielter einsetzen.

Gesund mit Rückschlägen umgehen

Auch Spitzensportler gewinnen nicht jeden Wettkampf. Niederlagen, Fehler und schlechte Tage gehören zum Sport dazu. Entscheidend ist, wie anschließend damit umgegangen wird: Was ist schiefgelaufen? Was lässt sich daraus lernen? Und was braucht es, damit es beim nächsten Mal besser läuft?

Auch im Arbeitsalltag können Projekte scheitern, Entscheidungen sich als falsch herausstellen oder Ziele verfehlt werden. Wie gut Mitarbeiter anschließend wieder handlungsfähig werden, hängt nicht allein von ihrer persönlichen Widerstandsfähigkeit ab. Auch der Umgang mit Rückschlägen im Unternehmen zählt. Sprechen Sie deshalb weniger darüber, wer einen Fehler gemacht hat, sondern vielmehr darüber, warum etwas nicht funktioniert hat und was sich daraus lernen lässt. So fällt es Mitarbeitern leichter, Probleme frühzeitig anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Sie möchten mehr über das Thema "Gesunde Fehlerkultur" erfahren? In unserem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Unternehmen offen und konstruktiv mit Fehlern umgehen:

Gemeinsam leistungsfähig bleiben

Im Mannschaftssport entscheidet nicht allein die Leistung des Einzelnen. Spieler müssen sich aufeinander verlassen, miteinander kommunizieren und sich gegenseitig unterstützen. Gerade in belastenden Situationen kann die gegenseitige Unterstützung im Team eine wichtige Rolle spielen.

Das gilt auch für Ihre Mitarbeiter. Wer sich im Team sicher fühlt, kann leichter Fragen stellen, eine andere Meinung äußern oder um Unterstützung bitten. Achten Sie deshalb darauf, wie in Ihrem Unternehmen auf Unsicherheiten, Fehler und unterschiedliche Meinungen reagiert wird. Nehmen Sie Bedenken ernst und geben Sie auch kritischen Stimmen Raum. Denn mentale Stärke bedeutet nicht, jede Herausforderung allein bewältigen zu müssen.

Wie Sie psychologische Sicherheit und ein positives Miteinander im Arbeitsalltag fördern, erfahren Sie in unserem Artikel zur positiven Psychologie:

Mentale Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag stärken

Mentale Leistungsfähigkeit lässt sich nicht verordnen. Als Arbeitgeber können Sie aber beeinflussen, unter welchen Bedingungen Ihre Mitarbeiter arbeiten. Oft sind dafür keine großen Maßnahmen notwendig. Schon kleine Veränderungen im Arbeitsalltag können dabei helfen, unnötige Belastungen zu reduzieren und konzentriertes Arbeiten zu erleichtern.

  • Schaffen Sie Zeiten für konzentriertes Arbeiten

    Ein Termin folgt auf den nächsten, zwischendurch klingelt das Telefon und parallel kommen neue Nachrichten herein. Häufige Unterbrechungen erschweren es, bei einer Aufgabe zu bleiben. Prüfen Sie deshalb beispielsweise, ob bestimmte Zeiten im Team bewusst terminfrei bleiben können oder welche Abstimmungen tatsächlich ein Meeting benötigen.

  • Prioritäten verdeutlichen 

    Wenn fünf Aufgaben gleichzeitig dringend sind, ist am Ende keine davon wirklich priorisiert. Sorgen Sie insbesondere bei hohem Arbeitsaufkommen dafür, dass Ihre Mitarbeiter wissen, was zuerst erledigt werden muss und was warten kann.

  • Schaffen Sie Klarheit

    Unklare Zuständigkeiten oder widersprüchliche Anforderungen kosten unnötig Kraft. Legen Sie deshalb möglichst eindeutig fest, wer wofür verantwortlich ist, welche Erwartungen bestehen und welche Entscheidungen Ihre Mitarbeiter selbst treffen können.

  • Geben Sie Handlungsspielraum

    Nicht jeder Arbeitsschritt muss vorgegeben sein. Wo es die Tätigkeit zulässt, können Mitarbeiter selbst entscheiden, wie sie Aufgaben angehen, Abläufe gestalten oder ihre Arbeit einteilen. Das schafft die Möglichkeit, die eigene Arbeit an die aktuelle Situation anzupassen.

  • Behalten Sie die Arbeitsbelastung im Blick

    Volle Auftragsbücher oder intensive Projektphasen lassen sich nicht immer vermeiden. Entscheidend ist, dass eine vorübergehend hohe Belastung nicht zum Dauerzustand wird. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern darüber, wo Belastung entsteht und an welchen Stellen sich Abläufe, Aufgaben oder Fristen verändern lassen.

  • Lassen Sie Erholung auch praktisch zu

    Eine Pause hilft wenig, wenn der nächste Termin bereits wartet oder das Diensthandy nach Feierabend weiterklingelt. Achten Sie deshalb nicht nur darauf, dass Pausen vorgesehen sind, sondern auch darauf, ob Ihre Mitarbeiter sie im Arbeitsalltag tatsächlich nutzen.

  • Sprechen Sie über Fehler und schwierige Phasen

    Nicht jedes Projekt gelingt und nicht jeder Arbeitstag läuft gut. Entscheidend ist, dass Mitarbeiter Probleme ansprechen können, bevor sie größer werden. Fragen Sie bei Rückschlägen deshalb nicht nur, was schiefgelaufen ist, sondern auch, was beim nächsten Mal helfen würde.

Ein kleiner Take Away: Machen Sie Feierabend – auch im Kopf

Manchmal reichen schon wenige Minuten, um den Arbeitstag bewusst abzuschließen. Eine einfache Möglichkeit dafür bietet die sogenannte 3R-Methode. Drei Fragen helfen dabei, kurz zurückzublicken und den Blick anschließend auf den Feierabend zu richten:

1. Rückblick: Was ist mir heute besonders gut gelungen?

2. Resilienz: Welche Herausforderung habe ich heute gemeistert und was hat mir dabei geholfen?

3. Regeneration: Was werde ich heute bewusst tun, um neue Energie zu tanken?

Die drei Fragen lenken den Blick nicht nur darauf, was an einem Arbeitstag anstrengend war. Sie machen auch sichtbar, was gut funktioniert hat, welche eigenen Strategien geholfen haben und was es jetzt zur Erholung braucht.

Sie können die Methode beispielsweise als kurzen Impuls im Team vorstellen oder die Fragen für sich selbst nutzen. Wichtig ist dabei: Die Übung soll kein weiterer Punkt auf der täglichen To-do-Liste werden. Sie kann vielmehr dabei helfen, kurz innezuhalten und den Arbeitstag bewusst abzuschließen.

Newsletter für Arbeitgeber

Mit dem E-Mail-Newsletter der AOK für Arbeitgeber erhalten Sie Neuerungen aus den Bereichen Sozialversicherung und Gesundheit im Betrieb. Abonnieren Sie jetzt und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Jetzt anmelden