Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Mehr Bewegung im Job

Zwei Kollegen bewegen sich in ihrem Arbeitsalltag und laufen die Treppe hoch.

So gelingt ein aktiver Arbeitsalltag

Der Wunsch nach mehr Bewegung ist bei vielen Beschäftigten vorhanden. Doch im Arbeitsalltag bleibt er meist auf der Strecke. Wenig Zeit und hohe Anforderungen erschweren es häufig, aktiv zu bleiben. Gleichzeitig ist vielen jedoch bewusst, dass Bewegung ein zentraler Faktor für körperliches Wohlbefinden, mentale Ausgeglichenheit und langfristige Gesundheit ist.

Für Arbeitgeber stellt sich daher weniger die Frage, ob Bewegung gefördert werden sollte, sondern wie sie realistisch in den Arbeitsalltag integriert werden kann. Entscheidend sind besonders Angebote, die alltagstauglich sind und Hemmschwellen abbauen. Denn Bewegung fällt oft leichter, wenn sie einfach zugänglich ist und als Unterstützung empfunden wird, statt als zusätzliche Anforderung.

Bewegung realistisch fördern

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Bewegung hat vielfältige positive Effekte, sowohl auf die körperliche Gesundheit als auch auf die Konzentration, die Belastbarkeit und die Stressregulation. Gerade im Berufsalltag kann sie dazu beitragen, Belastungen besser auszugleichen, Verspannungen vorzubeugen und die mentale Widerstandskraft zu stärken. Ein bewegungsfreundlicher Arbeitsalltag fördert zudem die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten und wirkt sich positiv auf die Motivation, die Zufriedenheit und eine langfristige Beschäftigungsfähigkeit aus.

Entscheidend ist jedoch, dass die Bewegungsangebote zum Arbeitsalltag passen. Maßnahmen, die zusätzlichen Zeitaufwand erfordern oder als verpflichtend wahrgenommen werden, finden im Arbeitsalltag häufig wenig Anklang. Wirksam sind vor allem Angebote, die sich unkompliziert integrieren lassen, unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen und Mitarbeitern echte Unterstützung bieten.

Was Beschäftigte in Bewegung bringt

Ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement setzt dort an, wo Bewegung realistisch möglich wird: im Arbeitsalltag selbst. Dabei ist es wichtig, Angebote zu schaffen, die leicht zugänglich sind, positive Erfahrungen ermöglichen und gut begleitet werden. Wenn Bewegung nicht als klassisches „Sportprogramm“ wahrgenommen wird, sondern als selbstverständlicher Teil des Arbeitsalltags, wird sie für viele Beschäftigte deutlich attraktiver.

Folgende Ansätze können Beschäftigte zu mehr Bewegung motivieren:

  • Niedrigschwellige Einstiege ermöglichen

    Bewegung, die ohne Umziehen, ohne spezielle Ausrüstung und ohne feste Vorgaben möglich ist, senkt Hemmschwellen.

    Kurze Bewegungseinheiten oder bewegte Pausen lassen sich beispielsweise leichter in den Arbeitsalltag integrieren und erreichen auch Beschäftigte, die sich selbst als „nicht sportlich“ einschätzen.

  • Kleine, realistische Ziele setzen

    Bereits kurze Bewegungseinheiten können positive Effekte entfalten. Angebote, die auf Regelmäßigkeit statt Intensität setzen, fördern eine nachhaltige Verhaltensänderung und vermeiden eine Überforderung.

  • Soziale Bindungen fördern

    Gemeinsam aktiv zu sein wirkt motivierend. Kleine Teamaktionen zum Beispiel erleichtern den Einstieg und stärken gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt im Unternehmen.

  • Freude statt Pflichtgefühl fördern

    Bewegung wird eher angenommen, wenn sie positiv erlebt wird. Spaß, Abwechslung und eine freiwillige Teilnahme erhöhen die Bereitschaft, Angebote auszuprobieren und sie langfristig beizubehalten.

  • Positive Effekte erlebbar machen

    Wenn Beschäftigte wahrnehmen, dass ihnen Bewegung guttut, beispielsweise durch mehr Energie im Alltag, weniger Verspannungen oder eine bessere Konzentration, steigt die Motivation, aktiv zu bleiben. Spürbare Erfolge sind ein wichtiger Treiber für nachhaltiges Verhalten.

  • Bewegungsfreundliche Strukturen im Unternehmen schaffen

    Auch geeignete Rahmenbedingungen im Unternehmen können Bewegung erleichtern. Dazu gehören zum Beispiel bewegte Pausen, kurze Stretching-Einheiten im Team oder Raumangebote für wechselnde Aktivitäten. Das können beispielsweise flexibel nutzbare Besprechungs- oder Pausenräume sein, in denen kurze Bewegungseinheiten möglich sind. Solche Strukturen unterstützen Beschäftigte, Bewegung unkompliziert im Arbeitsalltag zu integrieren, ohne zusätzliche Zeitfenster schaffen zu müssen.

Aktiver Wandel braucht Zeit

Kollegen laufen gemeinsam eine Treppe hinunter und unterhalten sich angeregt.

Verhaltensänderungen entstehen nicht auf Knopfdruck. Menschen durchlaufen unterschiedliche Phasen, bevor eine Gewohnheit nachhaltig im Alltag etabliert ist. Angefangen bei ersten Überlegungen über das Ausprobieren bis hin zur gesunden Routine. Entscheidend ist, Beschäftigte auf jeder dieser Stufen mitzunehmen.

Das kann mit verständlicher Information, ermutigenden Impulsen und passenden Rahmenbedingungen erfolgen. Gut gestaltete Bewegungsangebote geben Orientierung, ohne Druck auszuüben und unterstützen dabei, Bewegung Schritt für Schritt im Alltag zu verankern.

Das können Unternehmen konkret tun

Um Bewegung im Arbeitsalltag zu fördern, braucht es keine aufwendigen Programme. Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement lassen sich bereits mit einfachen Maßnahmen wirksame Akzente setzen. Bewährt haben sich beispielsweise:

  • Bewegte Pausen und aktive Besprechungen
    Ein Meeting im Gehen bringt Bewegung in den Arbeitstag, ohne zusätzlichen Zeitaufwand zu erzeugen. Auch Initiativen, wie „Treppen statt Aufzug“ sind gute Impulse für mehr Bewegung.
  • Kurze Mobilisationsübungen für Bildschirmarbeitsplätze
    Einfache Übungen für Nacken, Schultern oder Rücken können helfen, einseitige Belastungen auszugleichen und Verspannungen vorzubeugen.
  • Firmenlaufgruppen oder Spaziergang-Treffs in der Mittagspause
    Gemeinsame, freiwillige Angebote stärken nicht nur die Bewegung, sondern auch das soziale Miteinander im Unternehmen.
  • Aktionen und Kampagnen mit spielerischem Ansatz
    Humorvolle, niedrigschwellige Formate ohne Leistungsdruck motivieren eher als klassische Appelle und laden zum Mitmachen ein.
  • Führungskräfte als Vorbilder
    Wenn Führungskräfte Bewegung im Arbeitsalltag selbst vorleben, wird sie als selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur wahrgenommen.

 

Wichtig ist dabei ein wertschätzender Blick

Jede Form von Bewegung zählt, unabhängig davon, ob es sich um einen längeren Spaziergang oder wenige Minuten Dehnen handelt. Entscheidend ist, dass Beschäftigte Bewegung als machbar, unterstützend und alltagstauglich erleben.

Bewegungslotse

Motivieren Sie sich selbst und Ihre Kollegen zu mehr Bewegung im Arbeitsalltag und werden Sie Bewegungslotse. In unserem Workshop lernen Sie praxisnah, wie Sie gesundheitsfördernde Bewegungsroutinen im Job einbinden.

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