Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Balance als Veränderungsprozess

Zwei Beschäftigte laufen gemeinsam durch die Räumlichkeiten eines Unternehmens und unterhalten sich.

Warum Balance im Fokus steht

Der Jahresanfang fühlt sich oft wie ein natürlicher Zwischenstopp an. Nach einer meist intensiven Jahresendphase entsteht Raum für Reflexion. Führungskräfte fragen sich, was im neuen Jahr mehr Aufmerksamkeit braucht und wo Belastungen reduziert werden können. Und genau hier beginnt Veränderung: bei der bewussten Frage, was Beschäftigte stärkt und welche Rahmenbedingungen sie brauchen, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Um dabei aber eine gute Balance im Arbeitsalltag zu verankern, hilft es, die zugrunde liegenden Prinzipien genauer zu betrachten und zu verstehen, wie sie Führung und Zusammenarbeit im Team beeinflussen.

So gelingt Ihnen eine Veränderung

Veränderung wirkt dann nachhaltig, wenn sie leicht umzusetzen ist. Es hilft, den Prozess in überschaubare Schritte zu teilen und sich auf das zu konzentrieren, was im eigenen Einflussbereich liegt. Drei Prinzipien unterstützen dabei:

Ein Team spricht angeregt mit der Führungskraft

1. Ziele konkret machen

Ziele wirksam und nachhaltig umzusetzen, fällt leichter, wenn sie konkret formuliert sind. Sie schaffen eine gute Orientierung und machen die Veränderung nachvollziehbar. 

Formulierungen wie „Ich möchte zufrieden sein“ sind zwar verständlich, aber zu allgemein, um daraus konkrete Schritte abzuleiten. Eine Veränderung gelingt besser, wenn große Ziele in kleine, gut erreichbare Etappen gegliedert werden.

Ein hilfreiches Tool dafür ist eine Change-Scorecard. Sie macht Veränderungsprozesse sichtbar, strukturiert sie und unterstützt Sie dabei, Fortschritte nachzuvollziehen. Sie bietet Ihnen einen klaren Überblick über die wichtigsten Faktoren, die ein gesundes und wirksames Veränderungsvorhaben ausmachen, egal ob für Teams oder einfach für sich selbst.

Wie eine solche Übersicht aufgebaut ist, kann je nach Unternehmen oder Zielsetzung variieren. Konkret wird jedoch als erstes der Veränderungsprozess in mehrere Bereiche eingeteilt. Für Teams oder Organisationen beispielsweise in:

  • Zielklarheit und Sinn
  • Beteiligung und Kommunikation
  • Ressourcen und Unterstützung
  • Gesundheit und Belastung

Für jeden Bereich stellen Sie sich dann zentrale Fragen, zum Beispiel ob Ziele verständlich formuliert sind, Rückmeldungen aktiv eingeholt werden oder Aufgaben realistisch planbar sind. Über eine Skala von 1 bis 10 kann dann eingeschätzt werden, wie gut diese Teilziele derzeit erfüllt sind.

Ergänzend sollte Ihre Scorecard außerdem Platz für Kommentare, konkrete nächste Schritte und Entwicklungsmöglichkeiten haben, die Sie für sich oder gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern eintragen.

Eine Beschäftigte spricht ihre Bedenken aus.

2. Realistisch bleiben

Balance heißt nicht, in jedem Bereich das Maximum zu erreichen. Es geht um einen gesunden Ausgleich und nicht um Perfektion. Um das zu schaffen ist es wichtig, Ziele so zu setzen, dass sie erreichbar sind, auch in turbulenten Zeiten. Dabei hilft es, sich regelmäßig zu fragen, ob die Ziele oder Etappen realistisch gesetzt sind.

Hilfreiche Fragen für Führungskräfte können dabei sein:

  • Ist das Ziel in der vorgegebenen Zeit machbar oder bräuchte es mehr Ressourcen?
  • Gibt es klare Prioritäten oder konkurriert das Ziel mit anderen wichtigen Aufgaben?
  • Was kann wegfallen oder reduziert werden, damit das Ziel erreichbar bleibt?
  • Haben die Mitarbeiter alle nötigen Fähigkeiten? Wo brauchen sie unter Umständen Training, Unterstützung oder Entlastung?

Diese Fragen helfen Ihnen, die Ziele in den Arbeitsalltag zu integrieren, ohne dass die Mitarbeiter überfordert werden.

Wichtig zu wissen: Manche Bereiche bekommen phasenweise weniger Raum. Aber genau das ist Balance, denn die Ressourcen und die Energie werden dort eingesetzt, wo sie gerade wirklich gebraucht werden.

Eine Beschäftigte spricht fröhlich mit ihren Kollegen. Dabei hat sie ihren Laptop auf dem Schoß.

3. Selbstwirksam handeln

Veränderung entsteht nicht nur allein durch gute Vorsätze. Wichtig ist es, überhaupt zu starten. Uns das am besten mit kleinen, machbaren Schritten. Selbstwirksamkeit bedeutet, darauf zu vertrauen, dass man etwas bewegt.

Für Führungskräfte heißt das, ihren Teams Rahmenbedingungen zu schaffen, die Handlungsspielräume ermöglichen, ohne zu blockieren. Um Ihr Team bestmöglich zu unterstützen, können Sie folgende Tipps anwenden:

  • Kleine Schritte wählen

    Statt große Veränderungen auf einmal anzugehen, starten Sie lieber mit einfachen, überschaubaren Maßnahmen.

  • Erfolge sichtbar machen

    Den Fortschritt zu sehen, auch bei kleinen Etappen, stärkt die Motivation und das Durchhaltevermögen.

  • Pläne regelmäßig prüfen

    Veränderung ist ein Prozess. Es ist normal, Ziele unterwegs anzupassen.

  • Unterstützung ermöglichen

    Selbstwirksamkeit wächst, wenn Teams Rückhalt spüren. Ob durch Feedback, klare Erwartungen oder Entlastung.

Was Unternehmen für mehr Balance tun können

Balance sollte nicht nur im Unternehmen, sondern auch in dem persönlichen Alltag eines jeden Mitarbeiters bestehen. Denn Beschäftigte bringen unterschiedliche Rollen, Aufgaben und Lebensrealitäten mit. Ob als Eltern, pflegende Angehörige, Freunde oder ehrenamtlich Engagierte. Für Führungskräfte heißt das: Veränderungen anstoßen, ohne die Belastungsgrenzen aus dem Blick zu verlieren. Balance im Team entsteht dort, wo Ziele realistisch gesetzt, Ressourcen verfügbar sind und Rückmeldungen ernst genommen werden.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement hilft Ihnen dabei. Es wird besonders dann wirksam, wenn Führungskräfte und Mitarbeitende eine Veränderung gleichsam wollen und aktiv mitgestalten. Ein gesundes Unternehmen achtet deshalb auf mehrere Aspekte. Angefangen bei körperlicher und psychischer Gesundheit bis hin zu Zusammenarbeit, Kultur und Sinn.

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