Ein etwa 35 jähriger Mann kratzt sich am Unterarm.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltWenn die Haut juckt

Schuppenflechte häufig erblich bedingt

In Deutschland sind mehr als 1,5 Millionen Menschen von Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, betroffen. 
Besonders im Alter zwischen 20 und 30 Jahren tritt Psoriasis Typ 1 auf. Diese hat häufig einen schwereren Krankheitsverlauf und ist in den meisten Fällen genetisch veranlagt. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 15 Prozent, dass ein Kind an Schuppenflechte erkrankt, wenn ein Elternteil bereits betroffen ist und sogar bei 40 Prozent, wenn beide Elternteile an der Erkrankung leiden. 
Eine Psoriasis Typ 2 entwickelt sich meist erst zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Betroffene haben dann oft ein höheres Risiko Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden.

Anzeichen von Schuppenflechte

Die Erkrankung weißt stark gerötete, teilweise handtellergroße Hautflecken, die mit trockenen Schuppen bedeckt sind, auf. Diese Stellen jucken häufig unangenehm. Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Betroffene fühlen sich meist jedoch unwohl im Beisein anderer und ziehen sich von der Gesellschaft zurück, was auch zu Depressionen führen kann. Selbsthilfegruppen unterstützen, zu Lernen mit der Erkrankung im Alltag umzugehen. Ein Austausch mit Betroffenen nimmt zusätzlich die Angst vor sozialer Ablehnung.

Entstehung von Schuppenflechte

Eine etwa 30 jährige Frau sitzt im Schneidersitz auf der Couch und kratzt sich am linken Unterarm.


Schuppenflechte ist eine autoimmune Entzündungskrankheit. Dabei greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an und täuscht eine Verletzung vor. Der Körper bildet daraufhin innerhalb einer Woche immer mehr neue Hautzellen. In der Regel regeneriert sich die Haut etwa alle 27 Tage. Bei einer Schuppenflechte werden die neuen Hautzellen nicht abgestoßen, sondern die Haut wird an den betroffenen Stellen dicker und schuppt. 

Häufig betroffen sind Stellen am Kopf, Ellenbogen, Rücken und Knie. Auslöser für die Erkrankung sind oft genetische Faktoren, aber auch Stress, Infektionen, Nikotin- oder Alkoholkonsum spielen eine Rolle. Sogenannte Schübe, bei der die Schuppenflechte sich bildet, können durch bestimmte Chemikalien, Sonnenbrand oder kleinere Hautverletzungen hervorgerufen werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Schuppenflechte

Heilbar ist die Erkrankung nicht und der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Einige Erkrankte leiden dauerhaft darunter, bei anderen treten Phasen mit Hautproblemen auf oder sogar Pausen ohne Flechte.

Die Erkrankung kann jedoch gut eingedämmt werden. Je nach Intensivität und Beschwerden erfolgt eine Behandlung mit Salben und Ölen, Bade- und Lichttherapie bis hin zu medikamentöser Behandlung. Salben enthalten meist Harnstoff (Urea) oder Salicylsäure, die gegen Hautschuppung und das Jucken helfen. Haben Betroffene die Flechte großflächig und intensiv, werden Medikamente verschrieben. Wird eine Lichttherapie zur Behandlung eingesetzt, werden die betroffenen Stellen mit UV-Licht bestrahlt, was die Zellteilung verlangsamen soll. 
Bei einer Bade-Licht-Therapie badet der Betroffene in einer stark solehaltigen Lösung und erhält danach eine Bestrahlung mit UV-Licht.

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