Ein etwa 35 jähriger Mann hat die Augen geschlossen und fasst sich mit den Zeigerfingern an die Schläfe. Dabei schaut er schmerzverzehrt.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltWenn der Schmerz Sie trifft

Schmerzen im Gesicht 

Nur wenige sind von dieser Erkrankung betroffen, aber wenn sie einmal einsetzt, trifft der Schmerz wie ein Blitz ins Gesicht. Vier von 100.000 Menschen leiden an sogenannter Trigeminusneuralgie, einer neurologischen Erkrankung des fünften Hirnnervs (Trigeminusnerv). Dieser teilt sich in Höhe des Ohres in drei Verzweigungen auf und führt dann am Auge, Ober- und Unterkiefer entlang. Er ist für die Gefühlswahrnehmung des Gesichts und der Schleimhäute in Mund und Nase verantwortlich ist. 

Betroffene haben plötzlich auftretende Schmerzen auf einer Gesichtshälfte. Einige erleben diese oft sehr heftig. Ausgelöst werden Sie durch Berührung des Gesichts, Kauen oder Sprechen. Patienten versuchen diese Auslöser bewusst zu vermeiden, was aber zu gesundheitliche Folgen führen kann, beispielsweise, wenn man nur noch Flüssigkeit zu sich nimmt und das Kauen so ausschließt.

In der Regel tritt die Erkrankung erst ab 40 Jahren auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Formen der Neuralgie

Die Erkrankung zeigt sich in zwei verschiedenen Formen:

Sekundäre oder symptomatische Trigeminusneuralgie
Die Erkrankung ist eine Folge einer anderen Erkrankung beispielsweise durch Multiple Sklerose, Post-Zoster-Neuralgie oder seltener durch einen Hirntumor.

Idiopathische Trigeminusneuralgie
Diese Erkrankung hat leider eine unbekannte Ursache. Hinweise deuten bei Betroffenen auf eine Druckschädigung am Trigeminusnerv, die zu wiederkehrenden plötzlichen und einseitigen Attacken führt.

Feststellung durch ärztliches Fachpersonal

In einem ausführlichen Gespräch mit Ihrer behandelnden Arztpraxis werden unter anderem der Verlauf, die Dauer, die Ausprägung sowie die Auslöser der Schmerzen betrachtet. Es folgt anschließend eine neurologische Untersuchung. Hier wird der Schmerz zu anderen Erkrankungen mit nahezu gleichen Symptomen, beispielsweise Clusterkopfschmerzen, oder Erkrankungen im Bereich des Kiefers oder der Nasennebenhöhlen, abgegrenzt. Die Erkrankung wird abschließend durch charakteristische Symptome diagnostiziert. Eine Behandlung erfolgt individuell und ist abhängig von der Ausprägung der Schmerzen. Patienten erhalten Medikamente, die die Beschwerden lindern oder stoppen können.

Reicht das nicht aus, werden operative Verfahren oder radiochirurgische Behandlung in Betracht gezogen. Jedoch ist nicht auszuschließen, dass die Schmerzen nach einiger Zeit wieder auftreten können.

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