Ein etwa 14 jähriges Mädchen reift sich mit schmerzverzerrten Gesicht an ihre linke Schulter.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltSchmerzen in den Gelenken

Ein Leben mit Rheuma

Bei Rheuma wird meist an eine Erkrankung bei älteren Menschen gedacht. Jedoch können auch Kinder und Jugendliche daran erkranken. Derzeit leben etwa 15.000 Kinder in Deutschland, die von Rheuma betroffen sind. 
Die sogenannte Gelenkentzündung ist nicht leicht zu erkennen und zu diagnostizieren. Je frühzeitiger sie bei Kindern erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance ohne größere Beeinträchtigungen zu leben.

Rheuma bei Kindern

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung die bei Kindern und Jugendlichen am häufigsten auftritt. Übersetzt heißt JIA so viel wie eine chronische Gelengentzündung mit unbekannter Ursache bei jungen Menschen unter 16 Jahren. Jährlich erkranken etwa 1.200 Kinder. Jedoch sind Experten der Meinung, dass die Zahl der tatsächlichen Fälle viel höher ist, da eine Gelenkentzündung bei Kindern leider schwer zu erkennen ist.

Wie äußert sich Rheuma bei Kindern?

Betroffene Kleinkinder können meistens am Morgen nur schlecht oder gar nicht aufstehen und wollen getragen werden, obwohl sie bereits laufen können. Sichtbare Anzeichen sind geschwollene Knie, schmerzende Hände oder Sprunggelenke. Sind häufig keine Beschwerden bekannt, weisen der Gang oder Schonhaltungen auf eine Gelenkentzündung hin. 
Weitere Anzeichen, auf die Sie achten können:

  • Sind die Gelenke Ihres Kindes sehr warm, geschwollen und am Morgen steif?
  • Hat Ihr Kind Schmerzen, besonders beim Aufstehen?
  • Besteht beim Anfassen von einem oder mehrere Gelenken Schmerzen?
  • Greift Ihr Kind anders zu oder stützt es sich ungewohnt ab? Nimmt es eine Schonhaltung ein?
  • Hat Ihr Kind Schmerzen beim Kauen oder beim Öffnen des Mundes? 

Weisen einige Anzeichen auf eine Entzündung hin, können Sie erst einmal selbst die Gelenke Ihres Kindes nacheinander vorsichtig bewegen. Beobachten Sie dabei Ihr Kind. Reagiert es bei den Bewegungen oder sind die Gelenke auf beiden Seiten nicht gleich gut beweglich, ist es ratsam die behandelnde Kinderarztpraxis aufzusuchen und die Bedenken zu äußern. Im Anschluss wird Ihr Kind befragt und eingehend untersucht.

Leider lässt sich die Erkrankung nicht so einfach diagnostizieren, denn nicht jedes geschwollene oder schmerzende Gelenk bedeutet Kinderrheuma. Der Kinderarzt bzw. die Kinderärztin kann anhand aus einer Vielzahl an Befunden zusammen mit einer passenden Krankheitsgeschichte und viel Erfahrung eine gesicherte Diagnose stellen.

Welche Ursachen hat Kinderrheuma?

Ein etwa 8 jähriger Junge lächelt und streckt dabei seine Arme nach links und rechts gerade raus.


Bei Kinderrheuma lehnt sich das Abwehrsystem gegen fremde Krankheitserreger und gegen körpereigene Funktionen auf. Im medizinischen Sinne ist die Rede von einer Autoimmunerkrankung. Ohne eine wirkungsvolle Behandlung, werden die Gelenke zerstört. Welche Ursache die Erkrankung hat, konnte bis heute nicht geklärt werden. Forscher vermuten, dass das Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und verschiedenen Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Auch Stress oder andere Erkrankungen können das Rheuma begünstigen.

Behandlung von Kinderrheuma

Wurde Kinderrheuma diagnostiziert, ist eine geeignete Therapie und viel Unterstützung der Eltern gefragt. Je eher die Erkrankung behandelt wird, desto höher sind die Chancen, dass betroffene Kinder später im Erwachsenenalter ohne Medikamente auskommen und Folgeerkrankungen vermieden werden. Eine Therapie bei Kinderrheuma erfolgt durch Medikamente, die die Entzündungen hemmen und Physiotherapie, die die Bewegung erhält.

Reichen diese therapeutischen Maßnahmen nicht aus, kann beispielsweise Kortison in das betroffene Gelenk gespritzt werden. Tägliche Bewegung kann zusätzlich Beschwerden lindern. Benötigt die Familie Unterstützung während dieser Zeit, kann psychologisches Fachpersonal an die Seite gestellt werden.

Tipps für die ganze Familie

Der Umgang und die Erkrankung selber, sind nicht einfach für Betroffene und deren Familie. Dem Kind und den Eltern kostet die Behandlung viel Kraft. Wir haben ein paar Tipps zusammen getragen, die Ihnen helfen können, den Alltag mit Ihrem erkrankten Kind zu bewältigen: 

  • Bleiben Sie am Ball und achten Sie darauf, dass Ihr Kind täglich seine Übungen macht, Medikamente einnimmt oder generell Hilfe in Anspruch nimmt.
  • Schonen Sie Ihr Kind nicht zu sehr. Lassen Sie es an alltäglichen Aktivitäten teilhaben, beispielsweise beim Schulsport, wenn die behandelnde Kinderarztpraxis es befürwortet.
  • Beziehen Sie Ihr Kind mit in die alltäglichen Aufgaben zu Hause ein, beispielsweise den Müll rausbringen.
  • Sprechen Sie in Ihrer Familie offen über die Erkrankung und Ängste. Versuchen Sie jedoch die Erkrankung nicht immer vordergründig zu sehen.

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